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Paketbomber steht vor Gericht

Saarbrücken/Völklingen. Am 25. Mai dieses Jahres gegen 9 Uhr öffnete Olaf B. (39) in Völklingen-Heidstock ein Paket, das ihm gerade von einem Paketdienst zugestellt worden war. Das Paket explodierte, Olaf B. war sofort tot. Das Einfamilienhaus wurde zerstört. Die Sonderkommission „Trümmer“ der Kriminalpolizei machte bald einen 45-jährigen Mann aus Wadgassen als Tatverdächtigen aus. Es gibt ein 35-seitiges Vernehmungsprotokoll, in dem der arbeitslose Bäcker J. den Anschlag gesteht und die Konstruktion und Zutaten der Bombe genau beschreibt.

Inzwischen hat der gebürtige Völklinger das Geständnis widerrufen. Er habe sich selbst belastet, um die Eigentümerin des Hauses zu schützen. Er hält es für möglich, dass sie hinter dem Anschlag steckt, weil sie die Versicherungssumme kassieren wollte. An dem Anwesen hätten Reparaturen angestanden, die sie nicht finanzieren könne. Die Eigentümerin des Anwesens, die mit Olaf B. zusammenlebte, soll einmal mit dem Angeklagten ein Verhältnis gehabt haben. Möglicherweise kam dieser mit der Zurückweisung nicht klar. Die Frau war bei der Explosion nicht anwesend.

Sie war die beste Freundin der Lebensgefährtin des Angeklagten, die überraschend im März dieses Jahres gestorben war. Danach seien sich beide näher gekommen, aber die Frau habe dem Angeklagten schließlich eine Absage erteilt.  Der Angeklagte gibt zu, Briefe an Olaf B. geschrieben und Pakete geschickt zu haben. Weil Olaf B. angeblich noch eine weitere Frau hatte, habe J. ein Paket mit Abführmittel und folgendende Nachricht aus ausgeschnittenen Zeitungsbuchstaben geschickt: „Wer zwei Frauen gleichzeitig hat, kann auch mal Durchfall kriegen.“ Ein zweites Paket enthielt eine Flasche Bier mit der Bitte, es zu bewerten und der Brauerei zu berichten – damit sollte Olaf B. sich blamieren. In ähnlichem Stil der nächste Brief: „Wer andere verarscht, wird selbst verarscht.“

Bereitwillig gibt der Angeklagte zu, Absender der Briefe zu sein – ebenso wie den Erwerb der Zutaten für den Bombenbau. Die Bestellungen konnten aus seiner Aktivität im Internet rekonstruiert werden. Das Ammoniumnitrat habe er als Dünger für den Garten benötigt, um Riesenkürbisse zu züchten. Für Heiterkeit im Zuschauerraum sorgt seine Begründung für den Erwerb von 200 Stahlkugeln. Er hatte vor, sich eine Schleuder zu basteln, um damit Wühlmäuse zu erschießen.

Zu seinem Geständnis erklärt der Angeklagte, dass es nicht unter korrekten Bedingungen zustande gekommen sei. Er habe unter Atemnot gelitten, weil ihm die Polizei untersagt hätte, ein Nasenspray zu benutzen. Er habe alles gestanden, um schnell aus der Sache raus zu kommen. Außerdem sei es ihm gleichgültig gewesen, weil er die Absicht gehabt hätte, sich selbst das Leben zu nehmen. Drei Versuche habe er schon hinter sich. Ihm sei wichtig gewesen, den Verdacht von der Frau abzulenken. Sie habe ihn einmal gefragt, wie man eine Bombe bastelt, er habe ihr einen Plan dafür gezeichnet. Der Prozess wird am 28. November fortgesetzt.

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