A620 Saarbrücken Richtung Saarlouis zwischen Saarlouis-Mitte und Wallerfangen Gefahr durch defektes Fahrzeug auf dem rechten Fahrstreifen (17:43)

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Pendler genervt: 6.35 Uhr-Zug zwischen SLS und SB proppevoll

Von SZ-Mitarbeiter Marko Völke

Saarlouis. Mit seinem Job-Ticket fährt Uwe Mathieu täglich um 6.35 Uhr mit der Regionalbahn 12139 von Saarlouis nach Saarbrücken. Bereits bei der Abfahrt sei der Zug so überfüllt, dass die zusteigenden Fahrgäste nur noch einen Stehplatz bekommen würden, klagt der SZ-Leser-Reporter. Von Halt zu Halt würde es voller. Ab Völklingen würden selbst „Stehfahrgäste“ fast keinen Platz mehr finden, was sehr unangenehm sei, so Mathieu.

„Man wird dann das Gefühl nicht los, dass der Zug nicht mehr in Deutschland sondern in Indien fährt. Ich warte nur noch darauf das die Türen nicht mehr zugehen“, berichtet er. Der SZ-Leser-Reporter hat sich bereits bei der Bahn über diese Situation beklagt – ohne Erfolg. Das Unternehmen habe ihm nur mitgeteilt, dass es nicht für die Zug-Zusammenstellung zuständig sei. Auch der damit beauftragte Zweckverband Schienenverkehr habe nicht auf die Beschwerde reagiert.

Ein Sprecher der Deutschen Bahn in Frankfurt/Main erklärt, dass es sich hierbei um „ein typisches Problem“ von so genannten Langläuferzügen handele. Die Regionalbahn, die zwischen Trier und Kaiserslautern verkehrt, werde auf verschiedenen Streckenabschnitten stark von Berufspendlern und Schülern genutzt. Der Bahn sei bekannt, dass die Verbindung kurz vor Saarbrücken stark frequentiert werde.

Fahrgastzählungen, die man regelmäßig durchführe, hätten ergeben, dass in Saarlouis alle 206 Sitzgelegenheiten belegt wären, so der Sprecher.  Insgesamt habe die Regionalbahn jedoch 434 Sitz- und Stehplätze. Bei der kurzen Fahrzeit vieler Reisender könne es diesen auch zugemutet werden zu stehen, betont der Sprecher.
Dass es häufig trotzdem so eng werde, hänge auch damit zusammen, dass viele Kunden im Einstiegsbereich stehen bleiben würden oder freie Sitzplätze mit ihren Taschen belegen würden. Das „Phänomen“, so der Bahn-Mitarbeiter, dass viele Züge im Berufsverkehr momentan verstärkt nachgefragt werden, beobachte das Unternehmen zurzeit bundesweit. Das hänge auch mit dem Semesterbeginn und den gestiegenen Studentenzahlen an vielen Universitäten zusammen, spekuliert er.

Dennoch steht für den Sprecher fest: „Im Moment sehen wir keinen Handlungsbedarf. Die Kapazitäten reichen aus.“ Zudem sei die Bahn im ständigen Gespräch mit den Zweckverbänden des Öffentlichen Personennahverkehrs.
„Wir werden der Sache auf den Grund gehen“, verspricht Sabine Schorr, Sprecherin des saarländischen Verkehrsministeriums. Das Land bestellt den regionalen Schienenverkehr bei der Bahn. Zur Überprüfung der Sachlage benötige man jedoch genauere Angaben zu den betreffenden Zügen.

In dem Verkehrsvertrag, den das Land mit der DB Regio abgeschlossen hat, seien Vereinbarungen zur Qualität der Verkehrsleistungen getroffen worden, so Schorr weiter. Dazu gehören neben Faktoren wie der Pünktlichkeit und Sauberkeit auch die Sitzplatz-Verfügbarkeit. Unterschreitet die DB Regio die vereinbarten Standards, wird eine Strafzahlung der DB Regio fällig.  Von den 65,7 Millionen Euro, die das Land 2010 für die Dienstleistungen der Bahn aufgewendet hat, habe diese Strafzahlungen in Höhe von 72.600 Euro, davon 63.000 Euro wegen fehlender Sitzplätze leisten müssen.

Den Tipp für diesen Artikel bekamen wir von SZ-Leser-Reporter Uwe Mathieu aus Saarlouis. Wenn Sie auch Interessantes zu erzählen haben, wenden Sie sich per SMS/Fax an Tel. (06 81) 5 95 98 00 oder Mail an: leserreporter@sol.de.

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