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Per TGV aus Paris: Sechs syrische Familien suchen Asyl im Saarland

Ein Flüchtlingskind aus Syrien läuft mit seinem Stofftier an Polizeiwagen am Saarbrücker Hauptbahnhof vorbei.   Rechts unten: Nach zwei Jahren Flucht vorläufig angekommen: Fityan Maarabuni
(r.) mit Familie im Hof der Bundespolizei an der Goldenen Bremm.

Ein Flüchtlingskind aus Syrien läuft mit seinem Stofftier an Polizeiwagen am Saarbrücker Hauptbahnhof vorbei. Rechts unten: Nach zwei Jahren Flucht vorläufig angekommen: Fityan Maarabuni (r.) mit Familie im Hof der Bundespolizei an der Goldenen Bremm.

Die Bundespolizei muss nach dem überraschenden Aufgriff im TGV improvisieren. Im Polizeibus werden die Syrer zum Revier am Autobahnübergang Goldene Bremm gebracht. Auf der grünen Wiese im eingezäunten Gelände werden Holztische und Bänke aufgebaut. Wasser wird gereicht. Die Familienväter werden von den Beamten befragt und durchsucht. Mehrere Dolmetscher übersetzen. Karosseriebauer Fityan Maarabuni berichtet im Gespräch mit unserer Zeitung von seiner langen Flucht aus dem Kriegsgebiet. Vor knapp zwei Jahren, damals war sein Sohn Omar noch ein Säugling, brachen sie in Damaskus auf. Mit dem Auto ging die Fahrt über Jordanien, Ägypten nach Libyen. Die italienische Küstenwache rettete die Familie dann aus einem kleinen Fischerboot. Von Sizilien ging es weiter nach Mailand. „Dort halfen uns Beamte der Gemeinde, zeigten uns, wo der Zug nach Paris abfährt.“ In der französischen Hauptstadt stieg die Familie am Freitag in den TGV. Zwischenzeitlich macht die Nachricht bei der Bundespolizei die Runde, dass in den letzten Tagen mehrere große Gruppen Syrer, die Rede ist von mehr als 100 Menschen, in Zügen aus Frankreich in Offenburg und an der Schweizer Grenze ankamen.

Die Flüchtlinge, die in Saarbrücken strandeten, wollen alle Asyl beantragen. Die Bundespolizei brachte sie noch am Freitag in die Landesaufnahmestelle Lebach. Der kleine Omar lacht wieder. Er staunt, als sein Vater Fityan der netten Dolmetscherin erzählt, er kenne einige Worte in Deutsch. „Dankeschön“ sagt der Mann, „wir sind angekommen“.

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