L297 zwischen Schiffweiler und Stülze Hof in beiden Richtungen Unfallaufnahme, Gefahr, Richtungsfahrbahn gesperrt, bis 22.07.2018 ca. 20:30 Uhr, empfohlene Umleitung: über Schiffweiler und Stennweiler (16:25)

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Pferd stirbt nach Unterernährung und Unterkühlung - Behörden greifen durch

Zwei Tage stand Marengo, ein zweites auf demselben Gelände lebendes Pferd, neben seiner toten Gefährtin. „Nächtelang haben wir draußen neben dem Verschlag geschlafen, weil wir Angst um das Pferd und unsere Tiere hatten“, so Jacobi, die mit heftigen Reaktionen seitens des Pferdehalters rechnete, gegen den verschiedene Maßnahmen, auch seitens des Landesamtes für Verbraucherschutz (LAV), eingeleitet wurden. Von dort wurde Amtstierärztin Antje Wagner-Stephan eingeschaltet, die mit dem Pferdehalter Kontakt aufnahm und sich die Haltungsbedingungen ansah.

Nach dem Tierschutzgesetz gibt es verschiedene Möglichkeiten, solche Missstände zu beseitigen. Das reicht von Auflagen über eine vorübergehende Wegnahme der Tiere bis hin zum Tierhalteverbot bei sehr ernsten Fällen. Für die Veterinärin war der „Hasseler Fall“ eindeutig: „Wir mussten dem Halter die Pferde entziehen. Wenn wir das machen, ist klar, dass eine erhebliche Vernachlässigung vorlag. Erst, wenn den Tieren längerfristig erhebliche Schmerzen, Leiden und Schäden zugefügt wurden, wird ein Pferdehalteverbot ausgesprochen. Das muss schon gut begründet sein, schließlich ist das auch ein starker Eingriff in die Persönlichkeit des Halters.“ Das Problem war nicht nur der schlechte Ernährungszustand, sondern die Tatsache, dass es keinerlei trockene Fläche gab, auf der die Pferde sich hätten hinlegen können, so die Amtsärztin Wagner-Stephan: „Nur im Liegen kommen die Pferde in den Tiefschlaf. Durch den Schlafmangel waren die Tiere einfach erschöpft. Hier musste dringend Abhilfe geschaffen werden.“

Auch wenn das LAV personell eng besetzt ist, können die Mitarbeiter gemäß Tierschutzgesetz viel ausrichten. „Wir als Behörde arbeiten gern mit vernünftigen Tierschützern zusammen. Da sind wir aufeinander angewiesen, denn nur wir dürfen Maßnahmen ergreifen“, plädiert die Ärztin dafür, hinzuschauen und Missstände zu melden.

Noch zwei Wochen später sind die dramatischen Tage bei allen Beteiligten präsent. Alle Tiere wurden in gute Hände abgegeben, jedoch bis zur endgültigen Klärung des Sachverhalts noch nicht übereignet. Marengo beispielsweise, der noch sehr scheu ist und mit einem Hufproblem zu seinen „Gast- Tiereltern“ kam, zog nach nebenan zu Eveline Jacobi.

© WhatsBroadcast
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