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Podium: Wie geht es weiter mit dem vierten Pavillon?

»Wie geht es weiter mit dem vierten Pavillon?« - Und Wann? Das diskutierte am Mittwoch ein prominent besetztes Podium in Saarbrücken.

»Wie geht es weiter mit dem vierten Pavillon?« - Und Wann? Das diskutierte am Mittwoch ein prominent besetztes Podium in Saarbrücken.

Dass es wesentlich teurer werde als die im WPW-Gutachten errechneten knapp 30 Millionen Euro, ist sich Isolde Ries, kulturpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion sicher. Sie brachte eine neue Zahl ins Spiel: mindestens 35 Millionen Euro, wahrscheinlich mehr. „Wir haben in den Koalitionsverhandlungen erfahren, dass eine Finanzierungslücke von zwölf bis 15 Millionen Euro besteht, die im Haushalt nicht dargestellt ist.“ Dort seien nach wie vor nur 20,1 Millionen Euro für den Bau vorgesehen. Es müsse daher alles wieder auf den Prüfstand. Der designierte Finanzminister Stephan Toscani (CDU) – am Mittwoch noch als Kulturminister im Podium – ging darauf nicht ein. Stattdessen brachte er erneut seinen Vorschlag einer neuen Projektstruktur ein, bei der eine Holding des Landes den Bau übernimmt und die Stiftung ihn anschließend mietet. Bis die neue schwarz-rote Koalition darüber entscheidet, kann allerdings noch viel Zeit vergehen. Auf den neuen Kulturminister Ulrich Commerçon (SPD) wartet eine Herkulesaufgabe. Alle Diskutanten – außer Ries, Toscani und Staab waren Meinrad Maria Grewenig, Vorstand der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz, der Vorsitzende des Landesdenkmalrates Henning Freese und Saarbrückens Baudezernentin Rena Wandel-Höfer geladen – bemühten sich tapfer, den Blick nach vorn zu richten.

Architekt Staab machte dem Saarbrücker Publikum Mut: Wenn man jetzt nicht allzu sehr auf die Kostenbremse trete, sehe er eine „große Chance, Qualität zu gewinnen“. Man könne durchaus ein „ausstrahlungskräftiges Bild“ für das Haus entwickeln, wenn nicht an der falschen Stelle gespart würde, vor allem nicht an der Fassade. Um die ging es denn auch immer wieder in der Diskussion. Staab war auf Initiative der baukulturellen Vereinigungen eingeladen worden, die Stiftung will ihn jetzt als Berater gewinnen. Experten wie ihn brauche man, um den Bau zu Ende zu bringen, und zwar so, dass er auch von der Bevölkerung angenommen werde, da war sich die Diskutanten einig. „Ordentlich in die Tasche greifen“ müsse man wohl, wenn das Museum etwas werden solle, befand Wandel-Höfer, auch weil es städtebaulich gut eingebunden werden müsse. Konkret wurde hier niemand, außer beim Thema Fassade. Die noch von Ex-Stiftungsvorstand Ralph Melcher bestellte wolle man auf keinen Fall, so Grewenig. Er könne sich vorstellen, hier mit Künstlern zusammenzuarbeiten. Gewohnt großvisionär betonte der er, wie wichtig das Museum als „bedeutender Kulturbeitrag dieses Landes zur Moderne“ sei. Man habe eine der besten Kunstsammlungen in Europa zu bieten, das Museum sei daher „identitätsprägend“ fürs Land. Daher müsse man auch offen sein für ungewöhnliche Lösungen. Was das Thema Fassade betreffe, so sei man wieder in Verhandlungen mit den Twoo-Architekten. Die waren ausgestiegen, als ihre teure, aber wirkungsvolle Fassadengestaltung verworfen wurde.

Denkmalschützer Henning Freese forderte einen Ideenwettbewerb ohne „Schere im Kopf“. Es müsse endlich geklärt werden, was überhaupt gesammelt und ausgestellt werden soll und wie man das städtebauliche Umfeld gestalten wolle. Immer wieder fragte SR-Moderator Jürgen Albers vergeblich nach konkreten Vorschlägen für den Um- oder Weiterbau. Doch Visionäres war nicht zu hören. Wie soll man sich auch mit der Kunst befassen, wenn entscheidende technische Fragen längst nicht geklärt sind? Hinter den Kulissen war zu hören, dass der millionenschwere Auftrag für die Haustechnik neu ausgeschrieben werden muss, und zwar europaweit. Somit rückt der Eröffnungstermin für den neuen Pavillon in immer weitere Ferne. 2013 bleibt ein hehres Ziel.

Schließlich gab es dann doch noch einen originellen, konkreten Vorschlag aus dem Publikum: Musik-Professor Robert Leonardy – gemeinhin bekannt dafür, gerne das große Rad zu drehen – schlug vor, Maler-Star Gerhard Richter zu fragen, ob er die Fassade gestaltet. Super Idee. „Think-big“-Grewenig dürfte sie gefallen haben, dem designierten Finanzminister Toscani allerdings weniger.

Heute, 18.15 Uhr: Mitschnitt der Sendung, SR2-Kulturradio.

© WhatsBroadcast
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