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Politiker und Experten in Land und Bund streiten über die "Pille danach"

Es wird gemunkelt, dass während der „tollen Tage“ viele Menschen auf wundersame Art und Weise kontaktfreudiger werden und es deswegen gehäuft zu Affären kommt. Wenn dann das Kondom reißt oder die Einnahme der Antibabypille vergessen wird, muss es mit der Notfallverhütung möglichst schnell gehen, um eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern. Deswegen fordert die Opposition im Bundestag die rezeptfreie Abgabe der „Pille danach“ in den Apotheken. Genau wie auf Bundesebene sind sich auch im Saarland Politiker und Experten uneinig über die richtige Verfahrensweise.

Gesundheitsminister Andreas Storm (CDU) ist der Ansicht, dass an der Rezeptpflicht für die „Pille danach“ festgehalten werden sollte: „Das Medikament kann in Einzelfällen schwere Nebenwirkungen haben, und deswegen ist meiner Meinung nach immer eine ärztliche Beratung vonnöten, die von den Apothekern nicht geleistet werden kann.“

Normalerweise sei die „Pille danach“ unproblematisch, aber in bestimmten Fällen könnten Komplikationen auftreten. Im Gegensatz dazu betont die SPD-Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Saarbrücken, Elke Ferner, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) 2010 zu der Bewertung gekommen ist, dass die Anwendung des Wirkstoffs Levonorgestrel einfach und eine ärztliche Betreuung nicht erforderlich sei. „Um ihr Recht auf sexuelle und reproduktive Gesundheit umsetzen zu können, muss es auch für Frauen in Deutschland endlich möglich sein, die ‚Pille danach’ auf Levonorgestrelbasis verschreibungsfrei zu erhalten“, sagt Ferner, die dem Arbeitskreis Sozialdemokratischer Frauen (ASF) angehört.

„Wir haben in Deutschland ein breites Netz an Ärzten“, erklärt Anja Wagner-Scheid, Landesvorsitzende der Frauen Union Saar: „So ist gewährleistet, dass nach einer Verhütungspanne die ‚Pille danach’ von einem Arzt nach entsprechender Beratung verschrieben werden kann.“ Der Präsident der Apothekerkammer des Saarlandes, Manfred Saar, sieht das ganz anders. „Wir Apotheker kennen uns mit der ‚Pille danach’ aus. Wir wissen genau, was da drin ist und können die Frauen gut beraten“, sagt Saar. „Ich halte es für besser, dass wir das machen, als zum Beispiel Chirurgen oder Zahnärzte, was ja im Notfall in den Krankenhäusern außerhalb der normalen Praxisöffnungszeiten leider oft vorkommt“.

Die Apotheken seien im Notdienst immer erreichbar. Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung des Saarlandes (KVS), Gunter Hauptmann, hält die ‚Pille danach’ ebenfalls nicht für gefährlich: „Meiner Ansicht nach sollte vor der Verschreibung dieses Präparates trotzdem ein ausführliches Beratungsgespräch zu Verhütungsmöglichkeiten und Ähnlichem stattfinden, und ich glaube nicht, dass Apotheken das momentan leisten können.“ Mitte Februar wurden Anträge der Linken und Grünen zur rezeptfreien Abgabe der „Pille danach“ mit Levonorgestrel im Bundestag zur weiteren Beratung in den Gesundheitsausschuss verwiesen.


Auf einen Blick
Als „Pille danach“ werden Präparate mit unterschiedlichen Wirkstoffen bezeichnet. Aktuell geht es darum, den Wirkstoff Levonorgestrel verschreibungsfrei zugänglich zu machen, welcher den Eisprung verzögert und keine Abtreibung darstellt. Levonorgestrel muss spätestens 72 Stunden nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen werden. Je früher, desto unwahrscheinlicher wird eine Schwangerschaft. In den meisten europäischen Ländern gibt es die „Pille danach“ in der Apotheke. caal
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