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Polizei Saarlouis fängt Hund und fordert 400 Euro von der Besitzerin

Diesen Sonntag im Januar werden Labrador-Mischling Sammy (Name geändert) und seine Halterin nicht vergessen. Der Hund konnte an jenem Tag im Jahr 2012 seine Freiheit so richtig auskosten und ohne Leine mehrere Stunden auf eigene Faust über Land unterwegs sein. Dann kam die Polizei und bereitete dem Ausflug ein Ende.

Sammys Halterin soll nun für den Einsatz der vier Beamten 396,95 Euro bezahlen. Diesen Betrag hat ihr das Landespolizeipräsidium für exakt 414 Minuten Polizeiarbeit in Rechnung gestellt. Die Hundehalterin meint, dass ein solcher Betrag für das Einfangen eines ausgebüxten Hundes übertrieben sei. Sie hält 100 bis 150 Euro für angemessen. Nun muss das Verwaltungsgericht in Saarlouis entscheiden. Dort wurde jetzt mündlich über den Fall verhandelt.
Eine besorgte Anwohnerin hatte die Polizei gerufen, als sie Sammy auf Tour entdeckte. Zwei Beamten des örtlichen Reviers konnten den Hund nicht einfangen und forderten Verstärkung von der Hundestaffel. Den Hundeexperten gelang es, den Labrador-Mix festzusetzen.

Wenige Wochen später bekam die Hundehalterin die Rechnung. Die Polizei stufte das Ganze als eine „Ersatzvornahme“ ein. Das bedeutet, dass der Staat etwas tun musste, das eigentlich die Hundehalterin hätte tun müssen. Dafür dürfe ein Betrag zwischen 15 und etwas mehr als 1000 Euro gefordert werden, sagt der Richter. Die konkrete Höhe hänge ab vom Aufwand der öffentlichen Hand, der Bedeutung der Angelegenheit und dem Nutzen der Maßnahme für den Betroffenen. Das Gericht weiter: Der Aufwand sei im konkreten Fall nach der Einsatzzeit berechnet worden – das sei wohl nicht zu beanstanden.

Aber wird der so errechnete Betrag von fast 400 Euro der Sache auch gerecht? Der Hund sei über Straßen gelaufen, unter anderem über eine Bundesstraße, wo mit hoher Geschwindigkeit gefahren wird, argumentiert die Polizei. Dort hätten die Beamten wegen der akuten Unfallgefahr den Verkehr verlangsamen und die Autofahrer warnen müssen. Deshalb sei auch das Einfangen notwendig gewesen. Schließlich sei der Hund nicht im Wald herumgelaufen sondern im öffentlichen Verkehrsraum.

Die so entstandenen Kosten des Außeneinsatzes seien auch mit Blick auf den daraus entstandenen Nutzen für die Tierhalterin angemessen. Schließlich habe das Risiko bestanden, dass die Frau Schadensersatz zahlen müsse, falls ihr Hund einen Unfall verursacht. Der Hund hätte auch selbst verletzt oder getötet werden können. Das finanzielle Risiko hätte dann die Tierhalterin tragen müssen. Außerdem habe so ein Tier für seine Besitzer einen hohen ideellen und emotionalen Wert. Mit Blick auf all diese Faktoren sei die Rechnung im konkreten Fall fair und angemessen, sagt die Polizei.

 Die betroffene Hundehalterin konnte dazu nichts mehr sagen – sie und ihre Anwälte hatten sich vorab entschuldigt und das Urteil in die Hände des Gerichts gelegt. Das wird seine Entscheidung demnächst verkünden. Und alles spricht dafür, dass die Hundehalterin am Ende die Rechnung der Polizei wird bezahlen müssen.
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