L233 zwischen Biesingen und Ballweiler in beiden Richtungen Gefahr durch Tiere auf der Fahrbahn (08:12)

Priorität: Dringend

28°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
28°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Polizei: So machen 'Straßengauner' Saarbrücken unsicher

Tatort Bismarckstraße: Plötzlich tauchte der junge Mann neben Elfriede Nikodemus auf. Er tat so, als hebe er gerade etwas auf. Einen Ring, den er Nikodemus hinhielt. Die resolute St. Arnualerin wusste gleich: Da ist doch was faul. „Ich nahm den Ring in die Hand. Er war ziemlich leicht.“ Dabei sollte der Stempel im dubiosen „Fund“ auf ein echtes Schmuckstück hindeuten. „Ja, das ist 585er-Gold“, sagte der Mann und ging zum nächsten Teil des Betrugsplans über. „Er fragte mich, ob ich den Ring denn haben wolle.“ Gegen Geld versteht sich. An dieser Stelle machte Nikodemus dem dreisten Manöver ein Ende. „Lassen Sie mich in Ruhe“, schleuderte sie dem Mann entgegen. Das saß. Der Betrüger trollte sich sofort Richtung City.

In der Karcherstraße hörte sich Polizeioberkommissar Helmut Berg die Geschichte an und fand Nikodemus’ Vorgehen prima. „Genauso muss man auf diese Masche reagieren. Ein selbstbewusstes Auftreten hilft gegen diesen Täter- Typ“, sagte der erfahrene Polizist. Berg gehört zur Kontaktpolizei, einem Team, das die Tricks der Straßenkriminellen in- und auswendig kennt. Die Berg zufolge meist osteuropäischen Täter gehen nicht nur mit wertlosen Ringen, sondern mit einem größeren „Sortiment“ an kriminellen Maschen – etwa mit vorgetäuschten Spendensammlungen – auf die City- Straßen. Denn nirgendwo sonst im Saarland seien so große Menschenmengen unterwegs. Meist gingen diese Trickser nicht allein, sondern zu zweit oder zu dritt los, um während der Tat ständig das Umfeld im Blick zu haben – und bei Bedarf abzuhauen.

Sechs bis acht neuere Fälle dieser Straßen-Kriminalität sind Helmut Berg allein aus St. Johann bekannt. Er schließt aber nicht aus, dass Menschen aus falscher Scham gar nicht erst zur Polizei gehen, wenn sie derart reingelegt worden sind. Berg und seine Kollegen aber wollen genau das verhindern. Denn sie müssen über jeden Fall Bescheid wissen, um wirksam gegen die Trickser und Täuscher vorgehen zu können. „Es handelt sich immer zumindest um einen versuchten Betrug, und um eine vollendete Tat, sobald die Opfer bezahlen. Die Täter sind in der Regel bekannt. Das ist eine organisierte Szene“, sagt Berg. Umso wichtiger sei für einen Fahndungserfolg, dass die Opfer sich jede Besonderheit merken, Umstehende deutlich wahrnehmbar um Hilfe bitten und nach dem Vorfall sofort die Polizei informieren. Wer eine Straftat beobachte, solle sich umgehend als Zeuge zur Verfügung stellen. Auf eines können Opfer bei der Kontaktpolizei immer zählen: Verständnis. Helmut Berg: „Das geht den Menschen an die Nieren. Wir nehmen sie ernst. Ihnen gilt unser Mitgefühl. Und wir sagen ihnen, wo sie Hilfe finden.“ 

Hinweise auf Straftaten in der City nimmt die Inspektion St. Johann rund um die Uhr an unter Tel. (06 81) 9 32 12 33 oder per Notruf 1 10 entgegen. Fragen zum Opferschutz beantwortet die Kontaktpolizei. Erreichbar ist sie ebenfalls unter Tel. (06 81) 9 32 12 33.


Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein