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Polizei muss ihre Schlipse vor wilden Weibern schützen

Die Polizei im Land muss am Fetten Donnnerstag gut auf ihre blauen Schlipse aufpassen, hier St. Ingberter Beamte bei der Präsentation der neuen Uniform. Archivfoto: Foto: Becker & Bredel

Die Polizei im Land muss am Fetten Donnnerstag gut auf ihre blauen Schlipse aufpassen, hier St. Ingberter Beamte bei der Präsentation der neuen Uniform. Archivfoto: Foto: Becker & Bredel

Bei der Polizei heißt es vor dem Fetten Donnnerstag: Schlips-Alarm! Auch in Völklingen haben die Uniformen vom traditionellen Grün auf modisches Blau gewechselt. Und da tut sich nun ein Engpass auf. In einer „Information“ des Bekleidungsdienstes an die Kolleginnen und Kollegen heißt es, Binder und Krawatten der neuen blauen Uniform könnten derzeit nicht ersetzt werden. Deshalb werde gebeten, „diesen Umstand in den närrischen Tagen zu berücksichtigen“. Wenn jemand doch von einer Schere erwischt wird, bleibt ihm nur eine Alternative: Er muss statt Blau eine der (noch reichlich vorhandenen) alten grünen Krawatten tragen.

Dass im Kleiderschrank eines Bürgermeisters ein Krawatten-Engpass droht, damit ist freilich kaum zu rechnen. Drum geht es auch den Herren in der Großrosselner Verwaltungsspitze zwar nicht an den Kragen, aber doch an den Schlips. Um 11.11 Uhr lädt Bürgermeister Jörg Dreistadt einen der drei Karnevalsvereine ins Rathaus, und dann ist – schnipp, schnapp – die Krawatte schnell ab. Das droht auch dem geschäftsleitenden Beamten Eduard Rupp, der aber bestens vorbereitet ist. Seine Lieblingskrawatte streift er am Fetten Donnerstag deshalb nicht über, sondern höchstens eine, die mal sein Liebling war – das ist dann aber schon eine ganze Zeitlang her.

Das Völklinger Rathaus steht den Kollegen aus Großrosseln da in nichts nach. Die engsten Mitarbeiter in der Verwaltungsspitze sind in erster Linie Damen, sagt Elke Feltges-Kind, Büroleiterin von Bürgermeister Wolfgang Bintz. Und die bewaffnen sich am Fetten Donnerstag mit Scheren. Bintz selbst entgeht dem Angriff krankheitsbedingt zwar. Die Krawatte von Oberbürgermeister Klaus Lorig aber, versichert Feltges-Kind, wird den Tag nicht heil überstehen. „Das gehört dazu!“

Bei Saarstahl stehen die weiblichen Angestellten dagegen eher weniger Schere bei Fuß – das wäre bei über 90 Prozent Männeranteil aber auch eine echte Herkulesaufgabe. Nein, unter so vielen Männern hat Weiberfastnacht kaum Chancen. Mag sein, dass in der einen oder anderen Abteilung auch mal die Schere gezückt wird, sagt Pressesprecherin Ulrike Jungmann. Viele, die feiern – und schnippeln! – wollen, würden sich dafür aber freinehmen – so auch Jungmann selbst. Bei Saarstahl herrsche schließlich auch Alkoholverbot, und wer weiß, vielleicht braucht die eine oder andere Dame erst ein Gläschen Sekt, um sich Mut zu machen, dem edlen Kleidungsstück zuleibe zu rücken.

Machen die Scheren nicht nur vor der Stahlbranche, sondern auch vor der Geistlichkeit Halt? Pastor Thomas Weber von der Pfarreiengemeinschaft St. Eligius jedenfalls ist erst am Freitag wieder in der Pfarrei anzutreffen. Scherenflucht etwa? Nein, er ist dienstlich unterwegs, versichert Monika Keppner aus dem Sekretariat. Ansonsten hätte der Pastor sicher nichts dagegen, einen seiner Schlipse zu opfern. Besonders oft trägt er die nämlich sowieso nicht.
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