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Positive Geschäftsentwicklung im Saar-Handwerk

Saarbrücken. Bei Volkswagen hieß es in einem Werbespruch immer: Er läuft und läuft und läuft. So kann man das inzwischen auch für das Saar-Handwerk sehen. „Der Konjunkturmotor im Handwerk läuft rund“, sagte gestern der Hauptgeschäftsführer der Kammer, Georg Brenner. Demnach hat die Herbstumfrage der Kammer unter 1500 Betrieben quer durch alle Branchen ergeben, dass die Unternehmen so viele Aufträge haben wie seit zehn Jahren nicht mehr. „2011 wird für das Saar-Handwerk ein Wachstumsjahr“, sagt Brenner.

Gleichzeitig beurteilten die meisten Betriebe auch ihre geschäftlichen Erwartungen für die kommenden Monate positiv. Das Gleiche gilt für den aktuellen sowie den zu erwartenden Umsatz. 39 Prozent – im Herbst 2010 waren es nur 34 Prozent – der Betriebe beurteilten ihre Geschäftslage mit gut, nur elf Prozent (Herbst 2010: 15 Prozent) waren gegenteiliger Überzeugung. Insgesamt bewerteten nach Angaben von Brenner 89 Prozent ihre Geschäftsentwicklung mit mindestens befriedigend, was im Hinblick auf die vergangenen zehn Jahre ein absoluter Rekordwert sei.



Hauptgründe für die positive Entwicklung seien das gute Konsumklima mit einer bestehenden Neigung zu Neuanschaffungen, die Lohnentwicklung sowie eine anhaltende Baunachfrage in Folge derzeit noch niedriger Zinsen. Allerdings hielten sich viele Betriebe noch mit Investitionen und Neueinstellungen zurück. Letzteres ist auch auf einen Strukturwandel im Handwerk zurückzuführen.  Viele Betriebe vergrößern sich, steigern gleichzeitig jedoch die Produktivität mit der bereits bestehenden Personalstärke. Dies könne man insbesondere im Kfz-Handwerk sowie im Lebensmittelhandwerk beobachten. Insgesamt beschäftigen die derzeit rund 12 000 saarländischen Handwerksbetriebe etwa 68 000 Menschen. Einzige „Ausreißer“ mit negativer Entwicklung sind die Gesundheits-Handwerke sowie Teile des Nahrungsmittel-Handwerks. Zu den Gesundheitshandwerken zählen Zahntechniker, Augenoptiker, Orthopädiemechaniker, Orthopädieschuhmacher sowie Hörgeräteakustiker. Diese Berufe seien sehr stark von den jeweiligen politischen Beschlüssen im Gesundheitssektor abhängig. Im Nahrungsmittel-Handwerk litten viele Betriebe unter einer weiter wachsenden Konkurrenz durch Tankstellen und Discounter.

Unterdessen hat die demografische Entwicklung mit einer abnehmenden Bevölkerungszahl das saarländische Handwerk schon voll erreicht. Der Kammer-Hauptgeschäftsführer berichtete von massiven Abwerbeversuchen von Großunternehmen wie ZF oder Michelin, die gezielt Nachwuchskräfte in kleinen und mittleren Betrieben ansprechen. Viele der umworbenen Fachkräfte ließen sich offensichtlich durch die Bezahlung locken. Wer aber Handwerksbetrieben die Treue halte, habe ebenfalls einen sicheren Arbeitsplatz und zudem die Chance, sich mit einem eigenen Betrieb selbstständig zu machen, warb Brenner. Derzeit seien noch 400 Lehrstellen frei.

© WhatsBroadcast
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