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Praktiker-Weggang: Kirkels Bürgermeister zeigt sich enttäuscht

Kirkel. Am Ende konnte und wollte Kirkels Bürgermeister Frank John (SPD) seine Enttäuschung nicht verbergen. Eineinhalb Stunden hatte er die Betriebsversammlung bei Praktiker am Freitag begleitet. Doch das, was er hinter verschlossener Tür zur beabsichtigten Schließung der Konzernzentrale und deren Verlegung nach Hamburg (wir berichteten) hatte hören müssen, brachte ihn kaum weiter. „Ich bin nicht wirklich schlauer als vor Beginn der Versammlung. Weil alles in der Schwebe ist. Ich kann aber sagen, dass es sich mir nicht erschließt, warum die Entscheidung für Hamburg und gegen Kirkel gefallen ist. Das konnte mir keiner erklären.“ So seien für ihn keine ausreichenden betriebswirtschaftlichen Gründe für die Verlegung genannt worden.

Johns Sorgen gelten dabei nicht den wegfallenden Steuereinnahmen, das sei zu verkraften, sondern vor allem den Arbeitnehmern, von denen viele in Kirkel und der Region verwurzelt sind. „Was passiert mit den Leuten? Es geht jetzt um 500 Arbeitsplätze. Das sind 15 Prozent unserer sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze, die wir hier in Kirkel anbieten können.“ So gelte es, engen Kontakt mit der Praktiker-Konzernzentrale zu halten, gerade, wenn es darum gehe, soziale Härten abzufedern. John: „Allerdings kann ich nicht sagen, wie gut das klappt. Immerhin waren wir bis jetzt nicht in die Entwicklung eingebunden.“

Auch bei der Belegschaft hielt sich das Maß an Informationsbefriedigung nach Ende der Betriebsversammlung in Grenzen. „Da habe ich heute Morgen aus der Saarbrücker Zeitung Konkreteres erfahren“, ließ einer wissen. Die Enttäuschung über die Entscheidung, die Konzernzentrale nach Hamburg, zu verlegen, saß und sitzt tief. „Hier ist wahnsinnig tolle Arbeit geleistet worden“, sagte einer aus der Belegschaft, und ergänzte: „Wir sind Saarländer, wir wollen Saarländer bleiben, wir haben ein tolles Unternehmen. Und ich hoffe, dass wir bis zum Schluss kämpfen, damit der Standort Kirkel erhalten bleibt.“ Zumindest für 170 Mitarbeiter, könnte, wenn auch „outgesourced“, das Arbeitsleben in Kirkel weitergehen, rund 500 Arbeitsplätze werden aber, daran ließ Praktiker-Chef Thomas Fox am Freitag allerdings keinen Zweifel aufkommen, nach Hamburg verlegt werden. An dieser Entscheidung rieb sich auch Joachim Kiefhaber, Staatssekretär im saarländischen Wirtschaftsministerium. Und das aus den gleichen Gründen wie Kirkels Bürgermeister Frank John. „Die Geschäftsführung hat aus meiner Sicht heute nicht wirklich deutlich machen können, warum es besser sein soll, die Zentrale in Hamburg zu etablieren anstatt sie hier in Kirkel zu belassen. Immerhin sind hier entscheidend mehr Arbeitnehmer beschäftigt als in Hamburg.„ Man werde aber alles für den Standort Kirkel versuchen, „obwohl unsere Möglichkeiten begrenzt sind“, so Kiefhaber offen.

© WhatsBroadcast
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