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Preisabsprachen! 71,5 Millionen Euro Strafe für Villeroy & Boch

Mettlach. Der saarländische Keramikhersteller Villeroy & Boch (V&B) ist von der Europäischen Kommission mit einem Bußgeld von 71,5 Millionen Euro belegt worden. Villeroy & Boch wird - ebenso wie 16 anderen Unternehmen - vorgeworfen, zwischen 1992 und 2004 die Verkaufspreise für Badezimmerausstattungen in mehreren europäischen Märkten abgesprochen zu haben.

Insgesamt hat die EU-Kommission Strafen in Höhe von 622,3 Millionen Euro verhängt. Die größte Summe trägt die US-Firma Ideal Standard mit 326,1 Millionen Euro. V&B muss die zweithöchste Strafe zahlen. Der US-Firma Masco mit den Tochtergesellschaften Hansgrohe und Hüppe wurde die Geldbuße gemäß der Kronzeugenregelung vollständig erlassen.

Villeroy & Boch ist nach Angaben einer Sprecherin „zutiefst entsetzt über die Tatsache und die Höhe dieses Bußgeldbescheids.“ Das Unternehmen halte die Strafe für unberechtigt. Die behauptete Preiskoordinierung habe es nicht gegeben. Der Informationsaustausch auf Verbandsebene habe den Wettbewerb nachweislich nicht beeinträchtigt und daher auch den Kunden und Verbrauchern in keiner Weise geschadet.
Für das Mettlacher Unternehmen, das im vergangenen Jahr eine massive Umstrukturierung mit Massenentlassungen und Werksschließungen hinter sich gebracht hat, kommt die Strafe zur Unzeit. Die Liquiden Mittel hat Finanzvorstand Manfred Finger zum 31.12.2009 mit 47 Millionen Euro beziffert, im vergangenen Jahr hat das Unternehmen einen Verlust von 96,5 Millionen Euro verkraften müssen. Für das aktuelle Jahr erwartet der Vorstandschef Frank Göring gerade mal einen Gewinn von rund zehn Millionen Euro.

Auf die Frage, ob Villeroy & Boch für die Finanzierung eine weitere Sparrunde einleiten oder eventuell sogar Unternehmensteile verkaufen muss, gibt sich die Sprecherin allerdings kurz angebunden. Das operative Geschäft sei nicht gefährdet, sagt sie. „Wir sind in der Lage ein Bußgeld in dieser Höhe zu finanzieren.“ jow
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