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Premiere bei Saar-Polizei: Kripo und Verkehrspolizei machen Lkw-Kontrollen

Saarbrücken/Saarlouis. Mehr als 1500 Kilometer hat der Brummi-Fahrer aus dem spanischen Valencia mit seinem schwer beladenen Sattelzug bereits zurückgelegt. Einen knappen Kilometer vor seinem Ziel, dem Saarlouiser Fordwerk, sieht er die Anhaltekelle der Polizei. Die Schwerlast-Spezialisten des Verkehrskommissariates Dudweiler greifen sofort zum Messstab. Der Sattelaufleger ist zu hoch, 4,22 Meter statt erlaubten vier Metern. Ein Blick in den Laderaum macht deutlich, warum der Transporter Überhöhe hat. In zwei Etagen sind Boxen mit Karosserieteilen gestapelt. Wäre das Limit von vier Metern eingehalten worden, hätte der Sattelzug deutlich weniger Ladung über diese Distanz bringen können.

Illegale Gewinne in der Speditionsbranche abschöpfen

Für diesen Fall interessieren sich auch die Finanzermittler der Kriminalpolizeiinspektion (KPI), die gestern erstmals ihre Kollegen von der Verkehrspolizei bei Lkw-Kontrollen begleiteten. Ihr Ziel ist es, illegale Gewinne in der Speditionsbranche abzuschöpfen. Sie rechnen mit Entfernungstabellen und Daten aus der Transportbranche nach, welchen Gewinn der Unternehmer mit möglicher Überladung oder bei Verstoß gegen die Lenkzeiten des Fahrers machen kann. Bei überladenen Transportern wird unter Umständen eine zweite Fahrt eingespart. Bei solchen Delikten steht oft das Bußgeld in keinem Verhältnis zum Profit. Der spanische Spediteur kam gestern in Saarlouis mit einem blauen Auge davon. Rund 400 Euro Bußgeld wurden an Ort und Stelle kassiert. Zur Gewinnabschöpfung kam es nicht, da in Frankreich und Spanien ander Maximalhöhen für Lkw gelten, also nur die Strecke von der Grenze nach Saarlouis als „Profit“ hätte gerechnet werden können.

Im Streifenwagen zum nächsten Geldautomaten

Den Spanier fuhren die Verkehrsspezialisten – wie auch einen Tschechen – im Streifenwagen zum nächsten Geldautomaten, um Bargeld zu tanken. Der Fahrer aus Prag hatte seine Ladung miserabel gesichert. Sein Versuch, mit den Beamten wegen des Bußgeldes zu handeln, war erfolglos.

Ärger mit den Finanzermittlern bekommt ein Holzhändler, der Stunden später mit seinem Lkw bei Heusweiler in die Kontrolle fuhr. „Ich bin ein bisschen schwer. Das gebe ich zu“, beichtete er sofort den Kontrolleuren. Im Pfälzer Wald hatte er frisch geschlagene Baumstämme geladen. „Das ist ein Haufen Holz“, meinte ein Polizist, als der Lkw mit jeder der fünf Achsen auf die mobile Waage fuhr. Seine Kollegin überprüfte die Addition mehrmals: Statt erlaubter 40 Tonnen hatte der Brummi 53,5 Tonnen geladen. Vor der Weiterfahrt musste der Fahrer Gewicht lassen, Stämme abladen. Mit mindestens 425 Euro Bußgeld wird er auf jeden Fall zur Kasse gebeten. Die Fuhre wird aber wohl noch teurer. Die Finanzermittler haben den Fall übernommen. Sie vermuten, dass mit der Überladung von mehr als 30 Prozent eine zweite Fahrt gespart wurde. Die notwendigen Daten zur Gewinnabschöpfung wurden gestern gesichert. Unter Umständen kann die Bußgeldbehörde sogar dinglichen Arrest für das Firmenvermögen beantragen.

Bilanz der Kontrolle: Bei 60 überprüften Transportern gab es 45 Beanstandungen.

© WhatsBroadcast
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