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Rassistische Äußerungen beim FCS-Spiel?

Von Patric Cordier und Michael Kipp (SZ)

Pirmasens. Das 1:2 des Fußball-Oberligisten 1. FC Saarbrücken am Mittwoch beim FK Pirmasens hat ein Nachspiel: Gleich fünf Saarbrückern drohen Sperren. Bis zur 78. Minute war es ein schwaches Spiel vor 1000 Zuschauern. Der FKP führte mit 2:1, ehe der Pirmasenser Marc Buchmann Alexander Otto umsenste: Von hinten, mit beiden Beinen. Ein brutales Foul. Schiedsrichter Florian Fochs (Daun) beließ es bei einer Verwarnung.
Diese brachte FCS-Trainer Dieter Ferner dermaßen auf die Palme, dass er die Unparteiischen mit nicht druckreife Vokabeln bedachte. Dass ihn Schiedsrichter Fochs daher auf die Tribüne verbannte, findet Ferner regelkonform – und nicht verwerflich: „Ich bin nicht der erste und werde auch nicht der letzte Trainer sein, der mal auf die Tribüne muss. Wenn ich mich bei so einem Foul nicht mehr aufrege, kann ich mich auch auf den Nordfriedhof legen“, sagt er. Dass er sich auf der Tribüne mit provozierenden FKP-Fans anlegte, „tut mir Leid. Darüber muss ich als Trainer einfach stehen.“

Die aufgeheizte Stimmung schwappte auf den Platz über. FCS-Stürmer Sammer Mozain fegte in der 90. Minute Buchmann hart von den Beinen, sah Rot. „Ich komme von der Seite“, erklärt Mozain und beschwert sich über die Pirmasenser: „Sie haben mehrfach gedroht, dass sie uns kaputt treten. Wir haben uns nur gewehrt.“ Fochs schickte Co-Trainer Andreas Fellhauer gleich mit. Anschließend stieß Marcel Rozgonyi Jochen Ellermann um – und sah auch Rot.
Nach dem Abpfiff dann Rudelbildung in Reinkultur: FCS-Spieler Nico Weißmann erklärt, warum: „Mozain und Nazif Hajdarovic wurden rassistisch beleidigt, auch die Mutter von Nazif wurde übel beleidigt. Dass die zwei da nicht ruhig bleiben, kann ich verstehen.“ Stürmer Hajdarovic soll auch zugeschlagen haben, ehe ihn Dieter Ferner aus dem Pulk zog. Weißmann: „Geschlagen wurde niemand. Das haben mir im Anschluss auch Pirmasenser Spieler bestätigt.“ Hajdarovic dazu: „Ich habe niemanden geschlagen.“ Genau das steht aber im Sonderbericht des Schiedsrichters. „Wir werden eine Gegendarstellung einreichen“, sagt Fellhauer.
Dass das Image des feststehenden Meisters unter den Vorfällen leiden könnte, weiß Ferner, empfindet dies aber als ungerecht: „Meine Mannschaft hat in der ganzen Runde zuvor noch keine Rote Karte gesehen. Dass es jetzt heißt, der FCS kann sich nicht benehmen, ist aus der Luft gegriffen und wird uns in keiner Weise gerecht.“



Meinung

Die Emotionen nicht im Griff

Von SZ-Redakteur Michael Kipp

Fußball lebt von Emotionen. Sie auf und neben dem Platz auszuleben, ist keine Kunst. Sie in kritischen Situationen zu unterdrücken, ist aber eine. Eine Kunst, die die Artisten auf dem Platz nicht immer beherrschen. Auch nicht FCS-Trainer Dieter Ferner. Auch nicht seine Spieler. Egal, wie schlecht der Schiedsrichter in Pirmasens war. Egal, wie übel der FKP auf dem Platz grätschte – der Verband wird zu Recht Strafen und Sperren verhängen. Dass der Verband aber auch die Leistung des Schiedsrichters prüfen muss, dass er den Rassismusvorwürfen nachgehen muss, ist notwendig und hiermit gefordert.
Diejenigen, die den FCS nicht mögen oder gar hassen, haben durch die Vorfälle von Pirmasens nun wieder Farbe für ihr altes Bild vom „asozialen FCS“. Das ist aber ein falsches Bild – das haben die Spieltage 1 bis 31 bewiesen. Aber im Fußball zählen Argumente selten. Denn es geht um Emotionen. Und die sind nicht immer kontrollierbar.

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