A8 Saarlouis Richtung Luxemburg AS Merzig-Schwemlingen Anschlussstelle gesperrt, Fahrbahnerneuerung, Dauer: 24.04.2018 09:00 Uhr bis 30.05.2018 16:00 Uhr (24.04.2018, 06:36)

A8

Priorität: Dringend

24°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
24°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Regionalverband: Jobcenter sucht Lösung für 200 Bürgerarbeiter

Nun verhandele er auch mit den Anbietern der Qualifizierungsmaßnahmen und dem Regionalverband über die Finanzierung. Einer der Betroffenen ist die Gemeinnützige Gesellschaft für Arbeitslosenberatung und Beschäftigung Burbach (Gabb) mbH. Die beschäftigt nach Angaben von Geschäftsführer Lutz Günther Bürgerarbeiter unter anderem im Gebrauchtwarenhaus in Brebach und in der Seniorenbetreuung. Günther berichtet, er habe noch nicht mit Gramm gesprochen, wisse aber, dass das Jobcenter eine Rangliste aufstelle, welche Einrichtungen auf jeden Fall erhalten werden sollten. Günther begrüßt das. Er ist sich sicher, dass von der Bundesregierung keine schnelle Hilfe zu erwarten ist. Wenn nichts passiert, stünden die Bürgerarbeiter wieder auf der Straße.

Das Jobcenter hat auch eine Bilanz für 2013 gezogen. Rund 6400 Langzeitarbeitslose (Stand Oktober 2013) hätten wieder eine Stelle bekommen. Trotzdem sind viele von ihnen weiter auf Hartz IV angewiesen. Denn 1992 der vermittelten Arbeitslosen haben nur Minijobs, also eine Beschäftigung, die mit maximal 450 Euro pro Monat entlohnt wird. So steht es in einer Statistik des Jobcenters. 4434 Menschen erhielten einen sozialversicherungspflichtigen Job. Damit liegt die Vermittlungszahl leicht unter dem Niveau ein Jahr zuvor, erklärt Thomas Olig, Pressesprecher des Jobcenters. Von den Menschen, die wieder einen sozialversicherungspflichtigen Job bekamen, seien aber nur 56 Prozent länger als sechs Monate beschäftigt gewesen.

Insgesamt erhielten nach Angaben Oligs im Durchschnitt des vergangenen Jahres 37 000 Menschen das Arbeitslosengeld II – darunter 10 000 Kinder und Jugendliche. Rund 7860 davon waren Ende Juni 2013 erwerbstätig. Von diesen Aufstockern waren 3346 in Minijobs beschäftigt und 2600 in Teilzeit, sagt Olig. Auch 1218 Menschen, die eine Vollzeitstelle antraten, erhielten zusätzlich Geld vom Jobcenter.

Dessen Chef Thomas Gramm weist darauf hin, dass der Regionalverband bei der Zahl der Minijobs noch unter dem Bundesschnitt liege. Trotz der Vermittlungen ist die Zahl der Bedarfsgemeinschaften, das sind Singles oder Familien, die Hartz IV bekommen, um rund zwei Prozent gestiegen. Der Aufschwung sei an den Hartz- IV-Beziehern, die oft große „Vermittlungshemmnisse“, zum Beispiel gesundheitliche Probleme hätten, vorbeigegangen, sagt Gramm. Dazu komme, dass viele der Belastung nicht standhielten und die Beschäftigung wieder abgebrochen hätten, und es zu wenige Jobs auf dem Arbeitsmarkt gebe, die Hartz-IV-Bezieher übernehmen könnten. Ihm mache große Sorgen, dass die Zahl der offenen Stellen im Januar gegenüber dem Vorjahresmonat um 28 Prozent eingebrochen sei.

HINTERGRUND

Das Jobcenter schaut den Anbietern von Qualifizierungsmaßnahmen genau auf die Finger, sagt Geschäftsführer Thomas Gramm. 6900 Menschen schickte das Jobcenter im vergangenen Jahr in diese Kurse. Gramm stellt klar: „Wir wollen uns Maßnahmen, die nicht effektiv sind, nicht mehr leisten.“ Deshalb überprüften die Mitarbeiter, ob die Kurse erstens voll sind, weil sie ja viel Geld kosten, und zweitens, wie erfolgreich anschließend den Arbeitslosen eine Stelle vermittelt werde.

Gramm: „Wir erhöhen den Druck.“ Wenn das Jobcenter nicht zufrieden sei, würden Anbieter von Maßnahmen auch einbestellt und könnten Aufträge verlieren. Das sei auch 2013 passiert.

Schwieriger sei es dagegen, wenn die Bundesagentur für Arbeit Aufträge ausschreibe. Dann seien ihm die Hände gebunden, auch wenn er mit der Leistung nicht immer zufrieden sei, sagt Thomas Gramm. sm

Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein