A6 Kaiserslautern Richtung Metz/Saarbrücken Einfahrt Rohrbach Gefahr durch defektes Fahrzeug auf dem Beschleunigungsstreifen (23.10.2018, 12:43)

A6

Priorität: Dringend

12°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
12°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Rock am Ring: Bis Sonntag spielen 92 Bands auf dem Nürburgring

Seit 1985 pilgern Jahr für Jahr Zehntausende in die Eifel und machen den Nürburg-Ring zum Mekka populärer Jugendkultur. 80.000 verkaufte Tickets verschaffen den Veranstaltern von "Rock am Ring" im Jubiläumsjahr wieder einmal die Meldung: ausverkauft!

Saarbrücken. Drei Bühnen, die von 20 Trucks transportiert werden, 50 Trucks für Zäune, Barrikaden und Container, sowie 120 Busse für die spielenden Bands, die mit 1,6 Milionen Watt Lichtleistung und 240 000 Watt Tonleistung ins Rennen gehen, sind nur einige Daten für das Unternehmen "Rock am Ring". "Wir erstellen hier binnen einer Woche die Infrastruktur einer mittelgroßen Stadt", so Veranstalter Marek Lieberberg, der seit Jahren stolz darauf ist, bei seinen Mega-Events "so gut wie keine polizeilichen Anlässe" vermelden zu müssen.

Zugute kommt diese perfekte Organisation dem Hauptakteur, nämlich dem Publikum, das mittlerweile schon generationsübergreifend vertreten ist". Ebenso verhält es sich mit der zweiten Veranstalter-Generation in Person von Daniel Lieberberg, der seit wenigen Jahren die Konzertmogul-Geschicke seines Vaters erfolgreich lenkt. "Rock am Ring 2010" - mit einem Budget von rund zehn Millionen Euro - ist mittlerweile neben dem "Glastonbury"-Festival in England und dem "Roskilde"-Festival in Dänemark eines der traditionsreichsten Rock-Festivals und mehr als ein großes Konzert. Es ist ein Spiegel der heutigen Jugendkultur. Spätestens seit Richie Havens am 15. August 1969 mit seinem Song "Freedom" das Woodstock- Festival eröffnete, ist Rockmusik ein Symbol für Freiheit, Jugend und Aufbruch. Ihre Interpreten gaben den Jugendlichen ihr individuelles Selbstverständnis. Ikonen wie Jimi Hendrix, Janis Joplin oder Bob Dylan schufen lange vor dem Internet neue Kommunikationsplattformen. [Trenner] Dabei sein zu wollen, Musik als gemeinsames Erlebnis zu erfahren, das zieht Leute auch heute zu Open Airs.

Lieberberg war der erste, der 1971 mit dem "1. British Rock-Meeting" im pfälzischen Speyer Open-Air-Festivals in Deutschland "gesellschaftsfähig" machte. Aber erst seit 1985 machte er das "Rock am Ring"-Festival zur Gallionsfigur der europäischen Open Air-Szene. Vor allem U2' s Bono Vox ist es zu verdanken, dass das Festival 1985 als eine Sternstunde deutscher Open-Air-Geschichte gilt. Sein Tanz auf den Boxendächern ist legendär. Von da an wurde das "Rock Am Ring"-Festival immer größer. Zum Nürburgring pilgerten die Götter der populären Musik und deren Jünger. Nur 1989 und 1990 fand kein "Ring-Rock" statt. Die Konzertbranche befand sich in einer Rezession.

Die Jugend feiert sich selbst

Erst Mitte der 90er Jahre entwickelte sich der "Rock am Ring" zum Mega-Event. 1994 kam mit "Rock in Riem" in München und später mit "Rock im Park" in Nürnberg sogar ein "Schwester-Festival" hinzu. In den vergangenen zehn Jahren überholte sich das Festival selbst. Die Zielgruppen änderten sich. Namen wie Bob Dylan (1998), Carlos Santana (2000) oder Neil Young (2002) verschwanden auf der Programmliste. Die neue Besuchergeneration definierte den Ring neu. Während "die alten Wilden" ihre Götter anhimmelten, wollen "die jungen Wilden" einfach nur sich selbst feiern. Und so wurde es zunehmend unwichtig, wer auf der Bühne stand, viel bedeutender war, wer vor der Bühne stand. Und das wurden immer mehr. Seit fünf Jahren ist der "Ring" schon im Vorfeld ausverkauft. Metallica (2003, 2006 und 2008) und die Toten Hosen sind Stammgäste. Letztere traten bei ihren insgesamt fünf Ring-Auftritten (1996, 2000, 2004, 2005 und 2008) sogar mal des Nachts auf dem Campingplatz auf und rockten von der Ladefläche eines Bierlasters runter.

Die Jugend 2010 benötigt keine Helden mehr, sie ist sich selbst Held genug. Die Generation "X plus" weiß sich selbst am Besten zu feiern. Und so rockt, hüpft und gröhlt man zu allem, was laut, schrill und schräg wirkt und sich vor allem gut im Web 2.0 via Twitter, StudiVZ oder Facebook kommunizieren lässt. Eine Botschaft gibt es nicht mehr zu verkünden, sie wird gelebt. Die einen sitzen Shisha rauchend im Event-Zelt, andere "pogen" (mehr rempeln als tanzen) vor den Bühnen und wieder andere feiern an Lagerfeuern auf dem Camping-Platz.

Aber vielleicht ist genau das der Grund für den Erfolg dieser legendären Festivalserie. Sie definiert sich immer wieder neu. Heute gilt: Egal, wen oder was man hört, Hauptsache alles ist interaktiv und downloadbar. Bis 6. Juni spielen auf dem Nürburgring unter anderen Rammstein, Muse und Kiss - drei exklusive Headliner aus drei Epochen von "Rock am Ring".

Im Internet :: www.rock-am-ring.de

© WhatsBroadcast
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein