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Rockem Open Air Neunkirchen: Wird es das letzte sein?

Nie mehr Headbangen beim Rockem? Das Festival stand schon einige Male auf der Kippe. Jetzt ist es wieder soweit.

Nie mehr Headbangen beim Rockem? Das Festival stand schon einige Male auf der Kippe. Jetzt ist es wieder soweit.

Doch die Freude sollte nicht lange anhalten: Ein Unwetter zwang die Veranstalter am zweiten Tag dazu, das Festival abzubrechen und die Besucher in die Grubenhalle zu evakuieren. Verluste im fünfstelligen Bereich fuhren Wessely und sein Geschäftspartner Johannes Brendel ein. „Wir haben ein Drittel der Einnahmen mit dem Kartenverkauf einkalkuliert, ein Drittel mit dem Getränkeverkauf am ersten und das letzte Drittel mit dem Getränkeverkauf am zweiten Tag. Das letzte Drittel ist uns wegen des Sturms flöten gegangen“, schildert Wessely.

Doch aufgeben kommt für die Organisatoren (noch) nicht in Frage. Am Samstag, 23. August, ziehen sie das Rockfestival neu auf. Dieses Mal im Hüttenpark, weil es laut Wessely in der Gegenortschachtanlage sehr aufwändig war, Fluchtwege einzurichten. „Das ist im Hüttenpark 1 weit einfacher, weil es offenes Gelände ist“, so der 28-jährige Informatikstudent. Der Hüttenpark 2 sei mittlerweile Naturschutzgebiet, dort dürfen keine Veranstaltungen stattfinden, keine Parkplätze aufgezogen – und erst recht nicht gezeltet werden. „Weil es keine Übernachtungsmöglichkeit gibt, ist Rockem dieses Jahr auch nur auf einen Tag angesetzt“, sagt Wessely.

Doch auch an nur einem Tag erwarte die Besucher eine große Show mit den Bands Skindred, Mc Fitti, 257ers, Russkaja, Lance Butters, 3Plusss, Reimebude, Persteasy und La Confianca. „Wir haben dieses Mal zwei Bühnen mit einer Fläche von 30 Metern. Alles, was es an Bühnen am Stadtfest gibt, steht nun bei uns auf dem Gelände.“ Auch der karitative Gedanke soll nicht zu kurz kommen. So sammelt Wessely mit seiner Veranstaltungsfirma Black Tree Events, die er seit 2010 betreibt, Spenden für ein Kinderdorf in Kolumbien sowie für die Hamburger Organisation „Viva con agua“, die die Verfügbarkeit von Trinkwasser fördert. Die Spenden will Wessely auf dem Festival über Spiele wie Dosenwerfen, Tischkicker oder Basketball einnehmen.

Trotz aller Vorfreude auf das Festival, bei dem insgesamt 200 Jugendliche mithelfen oder bereits bei der Organisation mitgeholfen haben, birgt die Ausrichtung auch ein Risiko. „Das wird unser letzter Versuch sein“, sagt Wessely. Ein zweites Mal könne er Verluste wie die im vergangenen Jahr nicht kompensieren. „Ganz entscheidend wird das Wetter sein. Aber darauf haben wir ja keinen Einfluss.“ Um das Risiko zu umgehen, das Festival nicht mehr veranstalten zu können, hat Wessely den Neunkircher Oberbürgermeister Jürgen Fried in einem Brief um finanzielle Unterstützung gebeten.

„Wenn es das Rockem nicht mehr gibt, fehlt es in Neunkirchen immens an Jugendarbeit“, ist Johannes Brendel überzeugt. Denn die Jugendlichen engagieren sich das ganze Jahr über für das Festival, helfen bei Planung und Durchführung. „Viele Neunkircher wünschen sich ein spezielles Programm für Jugendliche. Damit können wir auch der kulturellen Konkurrenz aus Völklingen und Saarbrücken entgegentreten und Jugendliche in Neunkirchen halten“, so Wessely.

AUF EINEN BLICK

Tickets kosten einzeln zwischen 23 und 26,30 Euro, ein Gruppenticket (fünf Personen) 110 Euro.

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