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SST: Ballettchefin Donlon unterschreibt Dreijahres-Vertrag

Ballettchefin am Saarländischen Staatstheater: Marguerite Donlon.

Ballettchefin am Saarländischen Staatstheater: Marguerite Donlon.

Saarbrücken. Es war kein Poker, es wurde um Grundsätzliches gerungen. Ein Jahr lang suchte man – erfolglos – arbeitsrechtliche Auswege aus einem Dilemma: Wie das SST die Image- und Sympathieträgerin Marguerite Donlon, die auf „langfristige Perspektiven“ pocht, halten kann, ohne ihr bis ins Rentenalter die Unkündbarkeit garantieren zu müssen. Die tritt am Theater im 15. Jahr ein – meist ein Trennungsgrund, um personelle „Erblasten“ zu verhindern. Bei Donlon wäre das 2015/2016. Sie ist seit 2001 am SST beschäftigt, ihr Weggang drohte, denn ihr Vertrag endete mit der aktuellen Spielzeit und sie empfand jede weitere zeitliche „Deadline“ als willkürlich, als einen Kreativitäts-Killer.

Also weigerte Donlon sich bis dato auch, das SST-Angebot zu akzeptieren, einen Vertrag just bis zur Unkündbarkeits-Grenze abzuschließen, wollte schließlich sogar eine eigene Ballett-Intendanz. Nun hat sich die Ballettchefin gestern doch umentschieden, unterschrieb einen Dreijahres-Vertrag. Warum? Man habe sich darauf verständigt, hieß es, das Thema erst dann final zu behandeln, wenn es tatsächlich unaufschiebbar wird: im Frühjahr 2014. Dann muss laut Tarifrecht spätestens über die nächste Vertrags-Verlängerung geredet werden, also auch über die Unkündbarkeit. „Ich habe Signale, dass Frau Schlingmann gerne auch über 2016 hinaus mit mir arbeiten will, die Tür ist nicht zu“, sagte Donlon gestern der SZ. Sie bestreitet, dass sie ihre Position aufgegeben habe: „Mich interessiert die Unkündbarkeit nicht, sondern, dass wir weiter wachsen können.“ Tatsächlich hat Donlon personelle Verbesserungen für ihre Sparte durchgesetzt, auch eine eigene Gehaltserhöhung. Die Company bekommt die lange eingeforderte ganze Stelle für Pressearbeit (bisher: 0,5 Stelle) und zusätzliches Geld für einen eigenen Ballett-Dramaturgen (eine halbe Stelle/zehn Monate).

Nichtsdestotrotz bleibt der Grundkonflikt, er wurde nur vertagt: Donlon würde gerne ohne zeitliches Vertrags-Limit bleiben. „Ich finde in Donlons Fall die Unkündbarkeitsregelung ein Hindernis“, erklärt dazu die Intendantin, die sich „außerordentlich froh“ zeigt, dass eine Klärung erzielt wurde – noch rechtzeitig vor den Feierlichkeiten zu Donlons zehnjährigem Jubiläum und ohne Zweifel ganz in ihrem, Schlingmanns, Sinn. Denn die Intendantin lehnte es kategorisch ab, über ihre eigene Vertragslaufzeit hinaus (2016) potenziellen Nachfolgern eine Ballettchefin Donlon zu diktieren. Gestern sagte Schlingmann: „Ich werde 2014 diese Frage nicht allein entscheiden, denn sie ist für das Saarland von größter Bedeutung. Sie bindet die Sparte Ballett an Maggie Donlon. Das muss eine politische Basis haben. Die Politik hat jetzt zwei Jahre Zeit, sich darüber eine Meinung zu bilden.“


Meinung

Prima: Problem vertagt

Von SZ-Redakteurin Cathrin Elss-Seringhaus
 
Es wäre töricht, von Siegerinnen und Besiegten zu sprechen. Das würde den Konflikt nur neu entflammen, der auch im Persönlichen, vor allem aber im Grundsätzlichen wurzelt: in der Forderung einer Künstlerin – von Donlon – nach Autonomie und zugleich nach Absicherung. Doch das ist Utopie im Dreisparten-Theater-System, für das Schlingmann steht. Ihre Position ist keine Willkür, sondern die Regel: Über das eigene Vertragsende hinaus wird keine Führungsposition besetzt und Unkündbarkeit vermieden. Das ist für Betroffene schmerzlich, aber keine Niederlage. Schlingmann und Donlon haben sich sehr pragmatisch verständigt. Darauf, der Politik die Grundsatzentscheidung abzuverlangen. Nicht hier und jetzt, in politisch ungefestigten Zeiten, sondern in zwei Jahren. Jawohl, man hat das Problem nur vertagt. Aber das ist das Beste, was passieren konnte. Denn Donlon bleibt erst mal.
 

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