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Saar-Einzelhandel: Wetter ist Schuld am lauen Geschäft

„Tatsächlich ging diese gute Konsumstimmung teilweise am Einzelhandel vorbei“, bestätigt Bürkl. Doch dieser mache nur ein knappes Drittel des gesamten Konsums in Deutschland aus. Zugelegt hätten andere Bereiche wie der Immobiliensektor oder die Reisebranche.

Viele Bürger betrachteten Immobilien derzeit als alternative Form des Sparens, schilderte Bürkl. Wer nicht gleich ein Haus oder eine Wohnung erwerbe, stecke sein Geld häufig in Renovierungen und möbele sein Bad oder die Fassade auf. „Dabei gehen die Leute weniger selbst in den Baumarkt, sondern engagieren Profis.“ Die Folge: Das Geld fließt in den Dienstleistungssektor statt in den Handel. Der Dienstleistungssektor profitiert auch davon, dass die Deutschen deutlich mehr Geld für Reisen ausgeben. Hans E. Agostini, Vorsitzender des saarländischen Einzelhandelsverbandes, relativiert die Aussagen Bürkls allerdings ein wenig. Dass der Handel in den vergangenen Wochen weniger gut lief, sei auch dem schlechten Winter zuzuschreiben.

„Eine solche Wetterlage, wie wir sie in diesem Winter hatten, ist natürlich eine Belastung für den Handel“, sagt er. Wegen des ausgebliebenen Winters mussten die Geschäfte einen Großteil ihrer Winterware reduziert verkaufen, um wieder Platz für die Frühjahrskollektionen zu schaffen. Auch Max Schoenberg, Vorsitzender des Vereins für Handel und Gewerbe in Saarbrücken, sieht das Wetter als entscheidend an: „Das Wetter ist Einzelhandelsfaktor Nummer eins.“

Gleichzeitig räumt Agostini ein, dass die Kunden zurzeit angesichts niedriger Zinsen und einer anziehenden Wirtschaft eher in Immobilien investieren als in den direkten Konsum. Dieses Geld fehle dann natürlich im Einzelhandel. Nico Ganster vom Verein für Handel und Gewerbe in St. Ingbert sieht das als eine ganz normale konjunkturelle Entwicklung, auf die der Handel wenig Einfluss hat. „Hier zählt dann die Kreativität jedes einzelnen Händlers, gegenzusteuern“, sagt Ganster.

Schoenberg sieht in der Handels- Flaute aber auch eine Zeitgeist-Entwicklung. „Wenn sich die Menschen über Facebook und am iPad treffen, statt beim gemeinsamen Einkaufsbummel, muss der Handel reagieren und spezielle Kaufanlässe schaffen“, sagt er.

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