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Saar-Regierung will Zirkustiere verbieten

Saarbrücken. Die saarländische Regierung steht einem Wildtierverbot in Zirkussen positiv gegenüber. Staatskanzleichef Andreas Storm (CDU) geht davon aus, dass die saarländischen Landesvertreter am kommenden Freitag im Bundesrat einem Verbot zustimmen werden: „Wir wollen, dass die Bundesregierung schnellstmöglich eine Rechtsverordnung nach dem Tierschutzgesetz vorlegt, die das Halten von Wildtieren in Zirkusbetrieben künftig verbietet.“ Die offizielle Haltung werde jedoch erst in der heutigen Kabinettssitzung beschlossen. Der Bundesrat wird am Freitag über eine entsprechende Empfehlung des Agrarausschusses entscheiden. Stimmt die Länderkammer zu, würde das den Druck auf die Bundesregierung, zu handeln, erhöhen.

Bereits 2003 hatte der Bundesrat einen Anlauf gewagt, war jedoch an verfassungsrechtlichen Bedenken der Bundesregierung gescheitert. Dazu sagt Storm: „Der Tierschutz ist ein Gebot des Grundgesetzes. Deshalb ist der Schutz von wild lebenden Tieren höher zu bewerten als eine eventuelle Einschränkung der Berufsausübung, beispielsweise von Dompteuren.“ Der Antrag bezieht sich vorerst nur auf Affen, Elefanten, Großbären, Giraffen, Nashörner und Flusspferde. Werner Kirsch vom Deutschen Tierschutzbund, Landesverband Saar, begrüßt ihn dennoch: „Das ist wenigstens ein Anfang. Es lässt uns hoffen, dass das Verbot auf alle Tiere ausgeweitet wird.“ Er kritisiert, dass viele Zirkusse keine Möglichkeit hätten, ihren Tieren ein artgerechtes Leben zu bieten.



Die European Circus Association (ECA) steht dem erneuten Vorstoß des Bundesrats gelassen gegenüber. „Das Verbot wird nicht kommen“, sagt Frank Keller, Sprecher des Circus Krone und Vorstandsmitglied der ECA. Die Bundesregierung habe bereits 2003 deutlich gemacht, dass es dafür keinen Bedarf gebe. „Es gibt ein hervorragendes Tierschutzgesetz und zusätzlich Leitlinien für Zirkusse und Zoos.“ Statt eines Verbots sei vielmehr eine gründliche Kontrolle nötig, ob die Leitlinien eingehalten werden. „Das ist auch absolut in unserem Sinn. So werden schwarze Schafe in der Branche aufgedeckt“, betont Keller. Ähnlich sieht es die Saarländische Tierärztekammer. Präsident Dr. Arnold Ludes hat in 21 Jahren als Amtstierarzt im Landkreis Neunkirchen Einiges gesehen: Bären an der Kette, Affen mit abgesägten Zähnen – dennoch sagt er: „Wir halten ein Verbot für falsch. Das würde auch viele positive Beispiele kaputt machen.“ Ihm sei jedoch bewusst, dass die Kontrolle der Zirkusse oft schwierig sei, weil diese meist nur kurz vor Ort seien.

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