L261 Burbacher Straße in Höhe A620, Saarbrücken-Gersweiler Unfallaufnahme, Gefahr (19:28)

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Saarbahn: Unpünktlich und überfüllt?

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Saarbrücken. Hat die Saarbahn Verspätung, ist das für jemanden, der zur Arbeit, Schule oder zu einem Termin muss, ärgerlich. Man muss hetzen und sich zusätzlich eine Entschuldigung einfallen lassen. Passiert es dann ein zweites Mal, dass Saarlands einzige Straßenbahn nicht pünktlich ihr Ziel erreicht, ist man schnell dabei zu sagen: „Immer hat die Saarbahn Verspätung“. Aber stimmen Wahrnehmung und Wirklichkeit überein?

Angelika Fertsch ist verärgert, dass die Saarbahn am Mittwoch in Güdingen plötzlich stehen blieb. Im Zug waren ihre Kinder auf dem Weg von Hanweiler zur Schule. Triebwerksprobleme, erzählten ihre zehnjährigen Kinder, habe der Fahrer ausgerufen. Die Kinder mussten in Güdingen aus der Bahn steigen. Die Bahn sei schon mit zwölfminütiger Verspätung aus Hanweiler losgefahren, sagt Fertsch. „Für Schulkinder, die pünktlich zum Unterricht wollen, ein Unding“. Sie musste ihre Kinder daraufhin nach Saarbrücken zur Schule fahren. Genau wie andere Eltern an diesem Morgen.

Die Sprecherin der Saarbahn, Sarah Schmitt, kontert die Kritik an angeblicher Unpünktlichkeit mit einer Statistik: „Wir fahren in der Stadt im Siebeneinhalb-Minuten-Takt. Die Pünktlichkeitsbilanz ist gut, im letzten Quartal lag sie bei 97,7 Prozent“. Diese Zahl werde von einem externen Büro im Auftrag der Verkehrs-Management-Gesellschaft Saar (VGS) regelmäßig überprüft. „Diese Überprüfung ist erforderlich, da für die Strecke auf der Oberen Saar ein Verkehrsvertrag mit dem Land mit Bonus-/Malusregelungen besteht.“

Die Statistik sagt also, dass die Saarbahn fast immer pünktlich ist. Für Fahrgäste aus Richtung Saargemünd ist das aber nur ein schwacher Trost. Denn zum Berufs- und Schulverkehr fahren die Züge nicht im Siebeneinhalb-Minutentakt, sondern nur alle 15 Minuten. Im Falle Hanweiler heißt das: 6.48 Uhr, 7.03 Uhr und 7.18 Uhr. Danach nur alle halbe Stunde und ab 9.18 Uhr nur noch stündlich bis zur nächsten Stoßzeit um die Mittagszeit. Das hat die Saarbahn dem Fahrgastaufkommen über den Tag hin angepasst. Fällt aber morgens nur ein Zug aus, ergeben sich aus den äußeren Einzugsgebieten Saarbrückens sofort große Verspätungszeiten.

Mehr Züge am Morgen könnten also diese Not lindern und zudem ein weiteres Ärgernis aus der Welt schaffen. Aus Erzählungen ihrer Kinder und aus Elternkreisen bekomme Fertsch oft zu hören, dass es Probleme mit überfüllten Zügen während der Stoßzeiten gebe: „Die Zugfrequenz ist zu niedrig und es gibt zu wenig Waggons. Ich zahle für beide Kinder 120 Euro im Monat, da erwarte ich einfach mehr“. Ihr hätten Eltern erzählt, dass sie manchmal ihre Kinder lieber selbst zur Schule fahren, anstatt sie in Kleinblittersdorf in die Saarbahn steigen zu lassen.

Dort gäbe es ein Hauen und Stechen beim Einsteigen. Jeder muss halt kurz vor acht in der Schule oder bei Arbeit sein. Sarah Schmitt von der Saarbahn schob einer Lösung gleich einen Riegel vor: Mehr als zwei Züge könne man nicht aneinanderkoppeln. Die Saarbahn wechselt auf seinem Weg von Sarreguemines nach Heusweiler zwischen Straßenbahn und Eisenbahnordnung. Laut Verordnung über den Bau und Betrieb der Straßenbahnen (BOStrab) dürfen Züge maximal eine Länge von 75 Metern haben. Da ein Saarbahnzug 37 Meter lang ist, könnten folglich nur zwei Züge aneinandergekoppelt werden.

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