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Saarbrücken: Wie grün wird der Beethovenplatz?

Auf dem Saarbrücker Beethovenplatz wurden jüngst 21 kranke Bäume gefällt. Doch die Diskussion um den Platz ist einmal mehr ins Rollen geraten: Muss der Parkplatz einer neuen 'Grünen Lunge' Saarbrückens weichen?

Auf dem Saarbrücker Beethovenplatz wurden jüngst 21 kranke Bäume gefällt. Doch die Diskussion um den Platz ist einmal mehr ins Rollen geraten: Muss der Parkplatz einer neuen 'Grünen Lunge' Saarbrückens weichen?

Saarbrücken. Ulrike Donié weiß, was sie tut. Die Vorsitzende des Saarbrücker Bürgerforums hat miterlebt, wie heftig gestritten wurde, wie unversöhnlich, teilweise aggressiv die Argumente ausgetauscht wurden, wie Politiker eingeknickt, Bündnisse zerbrochen sind an dieser Frage: Soll aus dem Beethovenplatz das werden, was er einst war, ein Park mitten in der Stadt? Die Frage schien beantwortet, die Diskussion beendet. Nun eröffnet das Bürgerforum die Debatte neu. „Es bleibt unser erklärter Wille: Der Beethovenplatz soll ein Park werden“, sagt die Vorsitzende des Bürgerforums. Mit dieser Forderung hätte sich das Bürgerforum, das sich seit 1986 für eine Park auf dem Beethovenplatz engagiert, vor neun Jahren fast durchgesetzt.

Auf Betreiben des Forums und einer von der Stadt eingesetzten Arbeitsgruppe der „Lokalen Agenda 21“ stellte der Stadtrat Anfang 2003 alle Weichen in Richtung Park. Im Februar legten sich CDU und Grüne, die damals die bundesweit erste schwarz-grüne Koalition in einer Landeshauptstadt zustande gebracht hatten, fest: Oben soll eine „Grüne Lunge“ im Herzen der Stadt entstehen, darunter eine Tiefgarage. Anfang April 2003 wurde der Tiefgaragenplan beerdigt. Statt für die damals veranschlagten fünf Millionen Euro einen Investor (im Gespräch war QPark) zu gewinnen, schlugen CDU und Grüne vor, 140 Autostellplätze in der Umgebung zu schaffen.

So seien auch die alten Bäume auf dem Platz gut zu erhalten, argumentierte das schwarz-grüne Bündnis. SPD und FDP stellten sich gegen das Vorhaben und fingen an, Unterschriften für die bisherige Nutzung als Parkplatz zu sammeln. Rückenwind dabei bekamen Sozialdemokraten und Liberale von der Bürgerinitiative „Erhaltet en Beethovenplatz“. In dieser Initiative engagierten sich unter anderem Geschäftsleute, die ihre Läden rund um den Platz hatten und teilweise heute noch haben. CDU und Grüne ließen sich nicht beirren. Am 8. April fassten sie im Stadtrat den Beschluss: Der Beethovenplatz wird umgestaltet.

Das Bürgerforum und die anderen in der Agenda-21-Gruppe engagierten Bürger wähnten sich am Ziel – knappe fünf Monate lang. Anfang September 2003 rückte die CDU nämlich vom schwarzgrünen Plan ab. Auch die CDU schlug sich auf die Seite derer, die den Parkplatz erhalten wollen – der Anfang vom Ende der schwarz-grünen Koalition. Dass das Bürgerforum nun einen neuen Vorstoß wagt, hänge mit zwei aktuellen Entwicklungen zusammen. Zum einen hat Q-Park vor zwei Wochen angefangen die inzwischen kranken Bäume auf dem Platz zu fällen. „Bevor Ihr jetzt auf die Schnelle ein paar Bäumchen pflanzt, wertet die Stadt doch richtig auf“, rät Donié. Zweiter Anlass: Es werde von der Politik gerade wieder darüber geredet, das Mühlenviertel rund ums ehemalige Stadtbad aufzuwerten. Durch einen Park würde das Viertel zum tollen Wohnquartier.

„Und auch die Kaiserstraße, die immer mehr abgehängt wird von der Stadtentwicklung, würde auch profitieren“, sagt Donié. Es ist ihr klar: „Der Beethovenplatz ist beliebt als Parkplatz, vor allem bei Frauen, die nicht in ein Parkaus wollen. Eine Tiefgarage wollen die Anwohner schon gar nicht, weil sie dann Baulärm haben.“ Aber die Diskussion neu zu beginnen lohne sich, glaubt Donié.
© WhatsBroadcast
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