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Saarbrücken kämpft gegen Verwahrlosung und Müll in der Frankenstraße

Ein Teil der Saarbrücker Frankenstraße fällt der Verlotterung anheim (Symbolfoto).

Ein Teil der Saarbrücker Frankenstraße fällt der Verlotterung anheim (Symbolfoto).

Dahinter sind Hecken und Sträucher. Diese dienen, so wie es aussieht, um Sperr- und Hausmüll sowie Essensreste abzuladen. Ein kleiner Junge kommt angelaufen. „Guck mal, ich habe ein abgebrochenes Messer, die Spitze habe ich auch noch“, sagt er und läuft wieder zu einer Schar von Kindern, um zu spielen. Die Eltern, Verwandten und Bekannten sitzen auch vor den Häusern oder in den Hausfluren und unterhalten sich teilweise schreiend. Die Sprache ist nicht zu verstehen. Aus Fenstern mit halb abgerissenen Läden dröhnt Hardrockmusik oder ausländische Volksmusik.

„So geht das hier jeden Tag ab. Das wird in den Abendstunden immer schlimmer. Aber ich sage nichts dazu, das kann gefährlich werden“, sagt ein Mann, der nicht in der Zeitung genannt werden will, weil er ein paar Häuser weiter oben in der Straße wohnt: „Das geht bis mitten in der Nacht so, kleine Kinder von denen rennen nachts auf der Straße rum.“ Auf dem Rückweg durch die Straße geht es erneut an den verlotterten Häusern vorbei. Zwei Männer kippen aus einem durchsichtigen Kanister gelbe Flüssigkeit in den Tank eines Autos, versuchen aber vergeblich, es zu starten. Man kann förmlich spüren, wie man von allen Seiten beobachtet wird. Dann wird der Dreck wieder weniger in der Frankenstraße.

Der Stadtverwaltung ist das Problem bewusst, und sie hat bereits gehandelt, sagt Bürgermeister Ralf Latz. Er leite eine Arbeitsgemeinschaft, die sich seit einigen Monaten um die Probleme in der Frankenstraße kümmere: Mit am Tisch säßen Vertreter der Polizei, des Jugend- und Sozialamts des Regionalverbandes, des Jobcenters, des städtischen Ordnungsamts und der Feuerwehr.

Die Probleme konzentrierten sich auf zwei Häuser in Privatbesitz. „Viele haben offenbar keinen festen Mietvertrag. Wir haben vier Familien mit kleinen Kindern dort herausgeholt und in städtischen Wohnungen untergebracht“, teilt Latz mit. Eine weitere werde demnächst ausziehen.

Den Müll hätten die Bewohner gestern Nachmittag selbst beim Zentralen Kommunalen Entsorgungsbetrieb (ZKE) entsorgt, betont Latz. Er weist auf weitere Fortschritte hin: Viele Frauen arbeiteten mittlerweile als Putzhilfe und seien auch bereit, Deutsch zu lernen. Die meisten Kinder gingen auf die Kirchbergschule, meint der SPD-Politiker. Für die kleineren Jungen und Mädchen suche die Verwaltung Kindergartenplätze. Latz: „Wir versuchen, Normalität zu schaffen.“

Dazu zähle auch, den Familien Ansprechpartner beim Jobcenter zu besorgen und zu klären, ob sie Anspruch auf Hilfe haben. „Die Polizei ist außerdem regelmäßig vor Ort, auch abends“, sagt Latz. Seitdem sei die Zahl der Beschwerden von Anwohnern zurückgegangen.

Das hätten die Beamten in der Arbeitsgemeinschaft berichtet. Für Latz stehen die Probleme in der Frankenstraße im Zusammenhang mit der Armutswanderung in der Europäischen Union. Das betreffe viele Großstädte. Latz: „Wir sind sehr wachsam.“

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