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Saarbrücken: meiste Jobs, höchste Arbeitslosenquote

Von SZ-Redakteur  Frank Kohler

Saarbrücken. Zehntausende Männer und Frauen haben an jedem Arbeitstag ein gemeinsames Ziel: Saarbrücken, die Landeshauptstadt. 68.603 „Einpendler“ weist die städtische Statistik für das Jahr 2010 aus, 1092 mehr als 2009. 73 Prozent dieser Pendler kommen aus dem übrigen Saarland in die Saarbrücker Betriebe und Behörden.

Dagegen verlassen nur 17.237 Saarbrücker ihre Stadt, um woanders ihren Lebensunterhalt zu verdienen. 13.172 davon fahren in andere Teile des Saarlandes, 1280 zieht es zur Arbeit nach Rheinland-Pfalz, und auf höchstens 1000 schätzen die städtischen Statistiker die Zahl der Pendler, die sich von Saarbrücken aus nach Frankreich auf den Weg machen.
Saarbrücken ist größte Kommune und Namensgeberin des Regionalverbandes. Der ist das „Wirtschaftszentrum des Landes“, wie die Arbeitskammer in ihrem Anfang 2009 veröffentlichten jüngsten Kreisreport für den Ballungsraum schreibt.

 Allein in der Stadt Saarbrücken konzentrieren sich demnach knapp 30 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen saarländischen Arbeitsplätze. In Zahlen: 103.588 Frauen und Männer hatten Mitte 2010 einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz in der Landeshauptstadt. 100.999 waren es dem Saarbrücker Amt für Entwicklungsplanung, Statistik und Wahlen zufolge 20 Jahre vorher.  Die beiden zurückliegenden Jahrzehnte hatten es in sich, waren von Auf- und Abschwüngen durchzogen.

Für den Regionalverband Saarbrücken errechnete die Arbeitskammer zwischen Juni 2000 und dem Herbst 2008 zum Beispiel Arbeitsplatzverluste von 23,8 Prozent im Baugewerbe – welches danach wiederum von den Konjunkturprogrammen profitierte, die die Folgen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise dämpfen sollten.
 Einen im Vergleich mit dem übrigen Saarland überdurchschnittlich hohen Stellenwert nimmt im Regionalverband der Dienstleistungssektor ein. Darin arbeiten knapp drei Viertel aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Dieser Wert liegt um zehn Prozentpunkte über dem Landesdurchschnitt. Kein Wunder ist doch Saarbrücken das Dienstleistungszentrum des Landes.

Fast jeder fünfte Beschäftigte erbringt Dienstleistungen für Unternehmen, ob in Werbung, Entwicklung, Arbeitnehmerüberlassung oder Gebäudereinigung, während landesweit in diesen Bereichen nur 13 Prozent der Arbeitnehmer tätig sind. Wobei die Bedeutung des produzierenden Gewerbes nicht unterschätzt werden sollte.  Es bot 2010 in Saarbrücken 14.986 Arbeitsplätze, die meisten, 5302, bei Kfz-Zulieferern wie ZF.
 12.730 Arbeitsplätze gab es 2010 in Saarbrücken im Handel sowie in der „Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen“, 493 weniger als 2009.

 Aber trotz der überragenden Bedeutung des Regionalverbandes und der Landeshauptstadt als wirtschaftlicher Ballungsraum des Saarlandes ist die Arbeitslosigkeit in diesem Gebiet ständig weitaus größer als in allen anderen Teilen des Saarlandes.

Monika Fuchs, Sprecherin der Agentur für Arbeit Saarbrücken, listet einige Gründe für diese traurige Spitzenposition auf: „Im Regionalverband, vor allem in der Landeshauptstadt, ballen sich viele soziale Probleme, die es im ländlicheren Raum so nicht gibt, zum Beispiel Drogenabhängigkeit, Obdachlosigkeit, Menschen mit psychischen Problemen.“
Auch sei die Langzeitarbeitslosigkeit, also die Zahl derer, die schon länger als ein Jahr eine Stelle suchen, „deutlich höher als in anderen Kreisen“. Rund 80 Prozent aller gemeldeten Arbeitslosen würden im Regionalverband vom Jobcenter betreut. Wiederum 65 Prozent davon hätten keine abgeschlossene Berufsausbildung.

Bei den Arbeitslosen in der Altersklasse der 15- bis 25-Jährigen hätten sogar 83 Prozent aus der Klientel des Jobcenters keine Ausbildung, teilt Fuchs mit. Sechs Millionen Euro, immerhin ein Viertel seines Budgets, gebe das Jobcenter für „Jugendlichenmaßnahmen“ aus. Sie seien nötig, damit junge Leute zum Beispiel den Hauptschulabschluss nachholen oder an „soziale Kompetenzen herangeführt“ werden.



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