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Saarbrücker Institut will den Missbrauch von Werkverträgen verhindern

Im Saarland hatte vor allem der Einsatz rumänischer Werkvertragsarbeiter bei der Wurstfirma-Höll Empörung in der Öffentlichkeit nach sich gezogen.

Im Saarland hatte vor allem der Einsatz rumänischer Werkvertragsarbeiter bei der Wurstfirma-Höll Empörung in der Öffentlichkeit nach sich gezogen.

Häufig geht es dabei darum, Spezial-Leistungen bei externen Unternehmen abzurufen oder eine gewisse Flexibilisierung zu ermöglichen. Angesichts der Missbrauchs-Skandale der vergangenen Jahre hat nun das Institut für Sozialforschung und Sozialwissenschaft Saarbrücken (Iso) exemplarisch für vier Branchen – die Fleischwirtschaft, den Einzelhandel, die Bauwirtschaft und die Metall-Industrie – untersucht, wie Werkvertrags-Arbeiter eingesetzt werden, inwieweit die Betriebsräte eingebunden sind und wie ein möglicher Missbrauch verhindert werden kann.

Auffallend bei der Studie, die heute beim Forum „Werkvertragspraxis im Saarland – Tabuthema oder Handlungsauftrag“ bei der Arbeitskammer präsentiert wird, ist die Tatsache, dass die verschiedenen Branchen Werkvertragsarbeit sehr unterschiedlich einsetzen. So dient die Werkvertragsarbeit in der sehr stark gewerkschaftlich bestimmten Metallindustrie weniger zum Drücken der Lohnkosten, sondern primär zur Arbeitsteilung, Flexibilisierung und zur Einbindung externer Kompetenzen. In der Fleischindustrie dagegen senken die Werkverträge vornehmlich die Produktions- und Personalkosten. Hilfsmittel sind hier – ebenso wie in der Bauindustrie – Subunternehmerketten, über die Billigarbeitskräfte in die Unternehmen geschleust werden. In der Bauindustrie erschweren es vor allem die vielen Subunternehmer, die an einem Bauauftrag beteiligt sind, Werkvertragsmissbrauch früh zu erkennen.

Je nach Branche bietet die Studie denn auch unterschiedliche Lösungen an. In der Fleischindustrie ist mit einem Branchenmindestlohn und der geplanten Aufnahme in das Entsendegesetz der wichtigste Schritt bereits getan. Auch im Einzelhandel sollen die Werkverträge durch eine neue Tarifstufe für die Regal-Einräumer eingedämmt werden. Für den Bau empfiehlt die Studie wiederum Klauseln im Vergabegesetz, nachdem Auftraggeber nur einen oder gar keine Subunternehmer beauftragen dürfen.

Auch die Gewerbeämter seien hier gefragt – sie müssten Gewerbeanmeldungen ausführlicher überprüfen. In der Metallindustrie wiederum bemängelt die Studie vor allem das mangelnde Mitbestimmungsrecht der Betriebsräte beim Einsatz von Werkvertrags- Arbeitern. Hier wären am vordringlichsten Betriebsvereinbarungen nötig, die dem Betriebsrat mehr Mitsprache einräumen.

 Das Arbeitskammer-Forum „Werkvertragspraxis im Saarland“ findet heute ab 15 Uhr in der Fritz-Dobisch-Straße 6-8 in Saarbrücken statt.

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