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Saarlouis Royals: Lizenz-Entzug lässt viele Fragen offen

Saarlouis. Auch drei Tage nach der Lizenzverweigerung für den deutschen Frauen-Basketballmeister TV Saarlouis hat sich der Nebel nicht verzogen. Viele Fragen sind offen, Antworten gibt es wenige bis gar keine. Der Lizenzausschuss der Damenbasketball-Bundesliga (DBBL) hatte seine Verweigerung in einem Schreiben an Werner Fink, den Vorsitzenden des TV Saarlouis, damit begründet, dass die Saarlouis Royals GmbH und Co. KG "mit 100 000 Euro überschuldet" sei. Außerdem sollen "weiterhin Verbindlichkeiten in Höhe von 89 000 Euro" bestehen. Zum Verständnis: Die Royals GmbH hatte vom TV Saarlouis in den vergangenen Spielzeiten die Bundesligalizenz übertragen bekommen.

Saarlouis Royals GmbH verweigert Stellungnahme zu Finanzen

Das DBBL-Schreiben war in einem Fernsehbericht zu sehen. Fink äußerte sich gegenüber der Saarbrücker Zeitung verwundert darüber und wollte die Zahlen nicht kommentieren: "Das ist Sache der GmbH." Wichtig war Fink aber der Hinweis, "dass die Bilanz des Hauptvereins TV Saarlouis in Ordnung ist".

Die GmbH-Zahlen der abgelaufenen Saison sollen angeblich besser sein als die der Saisons 2007/2008 und 2008/2009. Der Etat der Saarlouis Royals 2009/2010 beläuft sich nach SZ-Informationen auf einen Betrag zwischen 250 000 und 350 000 Euro. Ob er gedeckt war, ist zu bezweifeln. Jürgen Mohr, Geschäftsführer der SF Promotion GmbH, die Gesellschafterin der Saarlouis Royals GmbH und Co. KG ist, war gestern nicht zu einer Stellungnahme zu den Finanzen der GmbH bereit. Klar ist, dass die Royals vom Förderausschuss Spitzensport nach der SZ vorliegenden Informationen etwa 100 000 Euro kassierten. Dieser Betrag fiel höher aus als in den Jahren zuvor, weil die Royals Geld für die Teilnahme am Europapokal benötigten.

Zurück zur Lizenz. Der TV Saarlouis hofft laut Werner Fink, diese noch zu bekommen. Bis Dienstag muss das Schiedsgericht des DBBL-Lizenzauschusses angerufen werden. "Es ist ein Schreiben in Arbeit, das spätestens am Montag rausgeht", sagt Werner Fink. Über den Inhalt des Schreibens oder die Strategie, mit der der TV Saarlouis das Schiedsgericht noch umstimmen will, wollte Fink nichts sagen.

Sollte der TV Saarlouis doch noch die Lizenz bekommen, könnte er sie wieder weiterreichen - an wen auch immer. Im Umfeld der Royals hatten sich offenbar angesichts der prekären finanziellen Situation in den letzten Wochen mehrere Personen zusammengefunden, um eine neue Gesellschaft zu gründen, die sich dann beim TVS um die Lizenz bewerben wollte. Nach SZ-Informationen soll diese Gruppe aber nun nicht mehr bereit sein, sich zu engagieren. Ob die Saarlouis Royals GmbH und Co. KG im Falle einer Lizenzerteilung für den TVS diese Lizenz gerne übernehmen würde, wollte Geschäftsführer Jürgen Mohr ebenfalls nicht kommentieren.

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Und so bleibt festzuhalten, dass es bei den Veranwortlichen des TV Saarlouis immer noch Hoffnung auf eine Lizenzerteilung gibt. Woher diese Hoffnung kommt, konnte oder wollte niemand erklären.


"Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Bombe platzt."

Die Spielerinnen der Saarlouis Royals haben vom Lizenz-Entzug aus den Medien erfahren. Sie sind geschockt und wissen nicht, wie es weitergeht. Finanzielle Probleme im Verein haben sich aber angedeutet.

"Natürlich war das ein Schock. Damit haben wir nicht gerechnet", sagt Petra Manakova, Basketballerin der Saarlouis Royals. "Wir haben zwar auch Gerüchte gehört. Aber dass es so weit kommt, hat niemand erwartet." Die 28-jährige Leistungsträgerin des deutschen Meisters und Pokalsiegers ist wie alle ihre Mitspielerinnen von der Nachricht des Lizenz-Entzugs durch die Damen-Basketball-Bundesliga (DBBL) mehr als überrascht.

Verein konnte Spielerinnen nicht pünktlich bezahlen

"Ich habe mich sehr aufgeregt, als ich davon erfahren habe", sagt Manakovas Teamkollegin Stina Barnert. "Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Bombe platzt. Natürlich bekommt man es mit, wenn Spielerinnen aus der Mannschaft ihr Geld nicht pünktlich bekommen und deshalb angefressen ins Training kommen", sagt die deutsche Nationalspielerin und ergänzt: "Wenn die Royals in die 2. Liga absteigen, werde ich bestimmt nicht hier bleiben."

Für welchen Verein Petra Manakova in der nächsten Saison an den Start geht, weiß sie noch nicht: "Ich habe verschiedene Angebote, warte aber noch bis Montag, dann soll alles geklärt werden. Ich würde gerne bleiben, vorausgesetzt, wir bekommen die Lizenz und treten im Europapokal an."

Auf ein klärendes Signal von Vereinsseite wartet auch Lina Schiffer. Die 21-Jährige weiß noch nicht, ob sie im Falle des Zwangsabstiegs weiter für die Royals spielen würde: "Das hängt von den Mitspielerinnen und dem Trainerstab ab. Zur Not muss ich mir einen Alternativplan überlegen." Schiffer gibt zu: "Das belastet alle Beteiligten. Aber wir müssen abwarten, mehr können wir nicht tun."

Romy Bär, Nationalspielerin und noch Kapitän der Royals, sagt: "Natürlich ist das alles nicht schön. Man möchte nicht, dass ein Verein so untergeht. Ich weiß nicht, wie so etwas passieren kann." Die 23-Jährige steht noch bis 31. August in Saarlouis unter Vertrag und wechselt anschließend zum französischen Erstligsten Challes-les-Eaux. Die Zukunft der Royals liegt ihr dennoch am Herzen: "Ich könnte mir vorstellen, dass der Start im Europapokal eventuell etwas mit den finanziellen Problemen zu tun hat. Ich denke auch, dass alles professioneller werden muss. Es kann nicht sein, dass man es nicht hinbekommt, die Gelder pünktlich zu zahlen." Bär selbst ist von Unregelmäßigkeiten bei der Bezahlung nicht betroffen, davor hat sie sich nach eigenen Angaben mit einer Vertragsklausel geschützt. Ansonsten denkt Bär wie ihre Noch-Kolleginnen. Stina Barnert sagt stellvertretend: "Ich hoffe, dass die das hinkriegen. Wir wollen einfach nur Basketball spielen."
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