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Saarlouiser Anwalt soll Mandanten um Geld betrogen haben

Die Saar-Anwaltskammer hat Rechtsanwalt Alfred Kleefisch beauftragt, die Kanzlei von E. „abzuwickeln“. Kleefisch führt die laufenden Verfahren zu Ende und ist bemüht, die vorgefundenen Akten zu schließen: „Laut dem Computer waren noch 3200 Akten aktiv, als ich hier begonnen habe. 1000 habe ich schon weg.“ Kleefischs Job ist es auch, die Mandanten darüber zu informieren, dass ihnen nach seinen Unterlagen noch Geld, etwa aus Schadenersatz- oder Erbschaftsprozessen, zusteht. In Einzelfällen soll es um sechsstellige Beträge gehen, was Kleefisch aber nicht bestätigen will. Kasse und Konten, die er vorgefunden hat, sind aber leer.

Es gibt offenbar Hinweise darauf, dass der Ex-Anwalt seinen Lebensunterhalt und seine Kanzlei mit fremdem Geld finanziert hat. Mehrere Konten sind gepfändet. Der Vollstreckungsbeamte des Finanzamtes hat angeblich bereits einen Besuch abgestattet. Auslöser des Falles war wohl eine Betriebsprüfung, die zu hohen Nachforderungen führte. Offensichtlich hat der Jurist Fremdgeld und eigene Honorare nicht getrennt. Rechtsanwalt Professor Egon Müller vertritt den Ex-Anwalt. Er sagt: „Mein Mandant wird seit Dezember stationär ärztlich behandelt.“ In den Ermittlungsverfahren sei ihm noch keine Akteneinsicht gewährt worden. Derweil wundert sich der Staatsanwalt, dass bislang kaum Anzeigen von geprellten Mandanten eingegangen sind.

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