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Sanierung: Praktiker kommt voran

Damit hat Praktiker einen weiteren entscheidenden Schritt bei der Sanierung des Baumarktkonzerns genommen. Erst vor wenigen Tagen hatte das Unternehmen bekanntgegeben, dass die österreichische Privatbank Semper Constantia Praktiker 40 Millionen Euro im Rahmen eines besicherten Darlehens überwiesen hat. Weitere 35 Millionen Euro werden laut Isabella de Krassny, Geschäftsführerin von Semper Constantia und Großaktionärin der Baumarktkette, in Kürze folgen. Außerdem hat eine Bankengruppe um die Commerzbank eine Kreditlinie von 40 Millionen um drei Jahre verlängert, und auch die Warenkreditversicherer sind nach Angaben des Unternehmens bereit, den Restrukturierungsprozess durch entsprechende Zusagen zu unterstützen. Mit den Finanzmitteln möchte Praktiker eine umfassende Restrukturierung angehen. So sollen 120 Praktiker-Märkte bis Anfang 2014 auf die erfolgreichere Tochter-Marke Max Bahr umgeflaggt werden.

Ein Unsicherheits-Faktor bleibt allerdings: der Zeitpunkt der Kapitalerhöhung. Denn die Back-Stop-Verpflichtung endet, sollte die Kapitalerhöhung nicht bis zum 31. Dezember 2012 in das Handelsregister eingetragen werden. Diese Eintragung ist derzeit noch durch acht Klagen beim Landgericht in Saarbrücken blockiert, bei dem mehrere Anteilseigner gegen die Beschlüsse der Hauptversammlung vom 4. Juli geklagt hatten. Unter anderem war im Juli auch die jetzt anstehende Kapitalerhöhung beschlossen worden. Eine erste mündliche Verhandlung ist für den 19. März angesetzt. Eine frühere Eintragung wäre nur möglich, würde das Oberlandesgericht dieses im Rahmen eines Freigabeverfahrens genehmigen. Praktiker hat dies beantragt, eine Entscheidung müsste bis Anfang November fallen. Bei den Klagen würde dann nur noch über einen möglichen Schadenersatz verhandelt.

Großaktionärin de Krassny ist aber optimistisch, dass die Kapitalerhöhung gelingt. „Der Freigabe sollte jetzt wohl nichts im Wege stehen“, sagt sie.Auch die Börse glaubt an die Sanierung: Die Praktiker-Aktie legte bis zum frühen Nachmittag 3,7 Prozent auf 1,54 Euro zu. jwo

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