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Schadenshöhe durch gesprengte Geldautomaten in Rheinland-Pfalz mehr als verdoppelt

Im Juni 2015 wurde ein Geldautomat in der Raiffeisenbank Eifeltor in Forst gesprengt. Die Täter erbeuteten viel Bargeld und richteten am Gebäude einen immensen Schaden an. Foto: Thomas Frey/dpa

Im Juni 2015 wurde ein Geldautomat in der Raiffeisenbank Eifeltor in Forst gesprengt. Die Täter erbeuteten viel Bargeld und richteten am Gebäude einen immensen Schaden an. Foto: Thomas Frey/dpa

Die durch gesprengte Geldautomaten entstandenen Schäden haben in Rheinland-Pfalz zuletzt mehr als verdoppelt. Lagen sie 2014 noch bei geschätzt 252 500 Euro, waren es im vergangenen Jahr rund 555 000 Euro, wie aus einer Antwort des Innenministeriums in Mainz auf eine Kleine Anfrage eines CDU-Landtagsabgeordneten hervorgeht. Die Zahl der Fälle veränderte sich jedoch nicht, sowohl 2014 als auch 2015 gab es jeweils zwei erfolgte und zwei versuchte Sprengungen im Land.

Damit rangiert Rheinland-Pfalz weit hinter Nordrhein-Westfalen, wo es zuletzt zu einer Häufung von Fällen gekommen war. Allein dort ging der Schaden in den vergangenen Monaten in die Millionen. Bundesweit kletterte die Zahl der Fälle erfolgter oder versuchter Sprengungen nach Angaben des Bundeskriminalamtes (BKA) von 116 im Jahr 2014 auf 132 im vergangenen Jahr. Die Behörde hat als Schwerpunkte neben NRW auch Niedersachsen, Berlin, Sachsen-Anhalt und Brandenburg ausgemacht.

Laut BKA gehen die Täter stets ähnlich vor: Ein Gas oder ein Gasgemisch werde in den Geldautomaten eingeleitet und dann entzündet. Nur selten werde Pyrotechnik oder gewerblicher Sprengstoff eingesetzt. Meistens übersteigt der Behörde zufolge der Schaden an den Gebäuden den Wert der Beute. Ungeachtet der vergleichsweise wenigen Fälle in Rheinland-Pfalz empfiehlt das Landeskriminalamt auch hier den Geldinstituten, die Automaten mit sogenannten Geld-Einfärbemodulen auszustatten, damit die Beute später ausfindig gemacht werden kann.


 

Geldmenge unterschiedlich

Doch wie viel Geld steckt eigentlich in Automaten? Zahlen oder auch Spannbreiten wollen weder der Bundesverband deutscher Banken noch der Sparkassenverband Rheinland-Pfalz nennen. Eine Sprecherin des Sparkassenverbandes sagte aber, die Menge an Geld variiere je nach Standort eines Geldautomaten deutlich. Es gebe welche, die gerade mal auf rund 10 000 Buchungsposten – also Abhebungen – im Jahr kämen, andere Geräte etwa in Großstädten auf Hunderttausende.

Die Fahnder können nach Sprengungen in Rheinland-Pfalz durchaus Erfolge verbuchen. So geht aus der Antwort des Ministeriums hervor, dass die Polizei nach einer versuchten Tat von 2014 drei Verdächtige ermittelt wurden, die Verfahren seien noch nicht abgeschlossen. Nach einer zweiten versuchten Tat von 2014 fasste die Polizei vier Tatverdächtige. Zwei dieser Verfahren wurden Staatsanwaltschaften in anderen Bundesländern übergeben, in zwei Fällen kam es bereits zu rechtskräftigen Urteilen. Bei wieder anderen Fällen prüft das BKA, inwieweit es sich um eine länderübergreifende Serie handelte. Manchmal klicken Handschellen erst lange nach einer Tat. Im November vergangenen Jahres etwa war ein mutmaßlicher Geldautomaten-Sprenger aus Siegen in Hamburg festgenommen worden – nach achtjähriger Suche. Er soll vor allem im Dreiländereck zwischen Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen sein Unwesen getrieben und mehreren Hunderttausend Euro erbeutet haben.
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