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Schaumbergbad bleibt Tholeys Sorgenkind

Das Schaumbergbad in Tholey.

Das Schaumbergbad in Tholey.

Eine Spitzenposition hat sich die Gemeinde Tholey in diesem Jahr schon einmal gesichert: Sie war die erste Kommune im Landkreis St. Wendel, die ihren Haushalt vorgelegt hat. Der ist „in Zeiten der Krisen“ wie es auf dem Deckblatt des Zahlenwerkes heißt, zwar nicht rosig. Aber die Gemeinde muss und wird dennoch investieren.

„Helfen, erhalten, gestalten und sparen“: Unter dieses Motto hat Bürgermeister Hermann Josef Schmidt ( CDU ) die Vorstellung des Haushaltes gestellt. Mit dem Begriff „helfen“ ist eine der Herausforderungen der Gemeinde angesprochen: die Unterbringung der Flüchtlinge. Kosten von zirka 1,3 Millionen Euro fallen an. Eingerechnet sind hier bereits Investitionen wie der Ankauf von Häusern. „Das können wir nur stemmen, weil wir Zuschüsse vom Land bekommen“, erklärte Schmidt. Teilweise würde zu 100 Prozent gefördert. So erklärt sich dann auch die hohe Summe der Investitionen von 3,58 Millionen Euro . Hier sind die Hausankäufe für Flüchtlinge berücksichtigt. In den vergangenen Jahren investierte die Gemeinde jeweils um die 2,5 Millionen Euro . Neue Kredite in Höhe von zirka einer Million Euro sieht der Finanzhaushalt vor.

Neben dem Thema Asylbewerber gibt es einen zweiten Investitions-Schwerpunkt: die Feuerwehr. Darüber hinaus stehen Arbeiten im Bereich Dorfentwicklung oder energetische Sanierungen an. „Unsere Infrastruktur ist relativ gut“, bewertete Schmidt. Verbesserungsbedarf sieht er allerdings im Bereich Straßensanierung. Dort sieht er den Schwerpunkt in künftigen Jahren.

Im Ergebnishaushalt rechnet die Gemeinde mit Ausgaben in Höhe von knapp 22 Millionen Euro und Einnahmen in Höhe von 19,57 Millionen Euro . Daraus ergibt sich ein Defizit von 2,38 Millionen Euro . Rechnet man die Abschreibungen heraus, so belasten davon 500 000 Euro die Kasse. Somit bliebe das zahlungswirksame Defizit im dritten Jahr unter einer Million Euro . In dem stabilen Defizit sieht Schmidt einen Ausdruck der Sparbemühungen. Von 2011 bis 2016 hat die Gemeinde mehr als 1,5 Millionen Euro eingespart. „Eine gewaltige Summe, aber wir sind noch nicht am Ende“, so Schmidt. Etwa in der gleichen Größenordnung müssen Einsparungen bis 2024 her. Damit das gelingt, muss die Gemeinde auch für mehr Einnahmen sorgen. „Grundsteuer-Erhöhung wird jedes Jahr ein Thema sein. Egal, wie weh es tut“, prophezeite der Rathaus-Chef.

Sorgenkind der Gemeinde bleibt das Schaumbergbad. 716 000 Euro Minus fuhr das Hallenbad ein, und es stehen Investitionen in Brandschutz oder Dach an. Ab 2017 beteiligt sich der Landkreis an den Kosten. Was die Besucher betrifft, so hat das Bad 2015 im Zehn-Jahres-Vergleich einen Negativ-Rekord eingefahren. Es kamen lediglich 172 028 Gäste. Und erstmal seit fünf Jahren ist auch die Zahl der Saunagäste rückläufig. Verluste schrieb auch immer die Gastronomie. Die ist seit Beginn des Jahres privatisiert.

Diesen Haushaltsentwurf könne man mit Blick auf die Situation „als gelungen bezeichnen“, sagte CDU-Fraktionssprecher Thomas Naumann. „Große Sprünge – Fehlanzeige. Nur noch notwendige kleine Schritte sind möglich“, bewertete Carina Wilhelm, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD , den Haushalt. Kritik gab es von der Sozialdemokratin in Bezug auf die Grundsteuererhöhungen. Die Sanierung des Haushalts erfolge größtenteils auf dem Rücken der Eigenheim- und Grundstückbesitzer. „Diese Spirale kann so nicht weitergeführt werden. Damit sind wir nicht einverstanden und bitten die Verwaltung, weitere Einnahmequellen und Einsparmöglichkeiten zu eruieren“, so Wilhelm.

Wenn der Haushaltsentwurf auch unterschiedlich von den Kommunalpolitikern bewertet wurde, abgesegnet wurde er einstimmig.

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