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Schaumetzgerei auf dem Harschberger Hof eröffnet

Nachrichten aus der Region St. Wendel.

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St. Wendel. „Dem Verbraucher ist es zunehmend nicht mehr Wurst, woher die Wurst kommt.“ Das sagte der saarländische Wirtschaftsminister Christoph Hartmann am Mittwoch bei der Eröffnung der Schaumetzgerei auf dem Harschberger Hof in St. Wendel. Die Entwicklung des Hofes sei ein gutes Beispiel dafür, wie nachhaltig Wirtschaftskraft im ländlichen Raum erhalten bleibe, unterstrich der Minister vor zahlreichen Gästen. Die Schaumetzgerei ist der jüngste Baustein im Konzept der Direktvermarktung des Bauernhofes. Seit 2009 gibt es schon einen Hofladen samt Bistro. Dort werden Wurst und Fleisch verkauft, hergestellt aus den eigenen Schweinen. Etwa 500 Schweine werden auf dem Harschberger Hof gehalten und groß gezogen. Das Futter kommt fast vollständig aus dem eigenen Ackerbau. Zudem ist seit 2007 die Geschäftsstelle der Erzeugergemeinschaft St. Wendeler Ölsaaten hier untergebracht.

Seit 1975 bewirtschaftet die Familie Benz den Harschberger Hof vor den Toren von St. Wendel direkt an der Bundesstraße B 269 nach Winterbach. Vor etwa zehn Jahren sei sie in den elterlichen Betrieb eingestiegen, sagte am Mittwoch Hofbesitzerin Ulrike Benz. Schon bald habe man vor der Entscheidung gestanden, immer mehr Schweine zu halten, um den Betrieb weiter wirtschaftlich führen zu können. Man habe sich aber für einen anderen Weg in Richtung Eigenvermarktung entschieden.

Zuständig für die Metzgerei ist Axel Hofmann, der Lebensgefährte von Ulrike Benz. Er hatte bisher eine Metzgerei in Niederlinxweiler gemietet. Dort standen erhebliche Investitionen in die Modernisierung an. So entschieden sich Benz und Hofmann, eine neue Metzgerei auf dem Hof zu bauen. Durch große Glasscheiben können die Besucher nun zuschauen, wie aus dem Schweinefleisch Schinken, Wurst und Schnitzel gemacht werden. Deshalb der Name Schaumetzgerei. Die Schweine wachsen auf dem Hof auf, werden zum Schlachten auf den nahe gelegenen Wendelinushof gebracht. Das Fleisch wird dann in der Metzgerei auf dem Harschberger Hof verarbeitet, die Lebensmittel dann im eigenen Laden verkauft. Die Fachleute sprechen von kleinen Kreisläufen. Deren Bedeutung betonte auch Landrat Udo Recktenwald in seiner Ansprache. In Zeiten der Globalisierung wachse das Bedürfnis nach regionaler Transparenz. Der Landrat: „Die Menschen wollen wissen, was woher auf den Tisch kommt.“ Wirtschaftsminister Hartmann unterstrich: Hier gehe es um Qualität, Herkunft, Wirtschaftlichkeit und Arbeitsplätze in der Region.

Peter Scherer, der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes, ging auf die Situation der Landwirte in der Region ein. Deren Betriebe müssten ständig ihre Produktivität steigern, um wirtschaftlich zu sein. Scherer: „Immer mehr Betriebe steigen aus, die die bleiben, werden immer größer.“ Auf dem Harschberger Hof habe man sich hingegen für einen anderen Weg entschieden. Scherer: „Sie haben den Standortnachteil, nämlich die Nähe zur Stadt, in einen Standortvorteil umgemünzt.“

Werner Feldkamp, der Vorsitzende der Kulturlandschaftsinitiative St. Wendeler Land, die das Projekt unterstützt hat, sprach von einem guten Beispiel, wie mit Geldern der Europäischen Union zur Entwicklung des ländlichen Raumes auch der Landwirtschaft geholfen werden könne.

AUF EINEN BLICK

Bei Tagen der offenen Tür von elf bis 18 Uhr präsentiert der Harschberger Hof am heutigen Freitag und am Samstag die Schaumetzgerei. Die komplette Produktion wird diese spätestens Anfang Dezember aufnehmen. Die Metzgerei in Niederlinxweiler wird geschlossen. Offen bleiben aber die Verkaufsstellen in Niederlinxweiler und Urexweiler. Der Hofladen samt Bistro auf dem Harschberger Hof hat von Dienstag bis Freitag von acht bis 19 Uhr geöffnet, samstags von acht bis 14 Uhr. Dort werden auch Lebensmittel und Waren weiterer Partnerbetriebe des Lokalwarenmarktes verkauft. Weitere Infos unter Telefon (06851) 9377845. vf

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