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Schlag für Kirkel: Bald Personalabbau bei Praktiker

Kirkel. Praktiker wird ein weitreichendes Sanierungsprogramm durchlaufen. Das kündigte der Vorstandschef Thomas Fox, der den erfolglosen Wolfgang Werner abgelöst hat, nach zwei Monaten im Unternehmen an. Fox, ein ausgewiesener Sanierer, der gemeinsam mit seinem Co-Vorstand Josef Schultheis auch schon an der Karstadt-Rettung beteiligt war, plant einen massiven Umbau der Baumarktkette. So soll die Konzernzentrale bis Ende 2013 von Kirkel nach Hamburg verlegt werden, wo die Praktiker-Tochter Max Bahr ihren Sitz hat. Außerdem wird der Vorstand von fünf auf drei Mitglieder verkleinert – Michael Arnold und Pascal Warnking sind gestern ausgeschieden. Und Fox will sich von defizitären Märkten trennen, sollten diese nicht wieder auf Spur zu bringen sein. Alle würden an der Sanierung beteiligt: Mitarbeiter, Lieferanten, Vermieter, Finanziers.

Dabei stellte Fox klar: „Es geht nicht darum, den Konzern zu zerschlagen, abzuwickeln oder Teile stillzulegen. Es geht darum, den Fortbestand der Praktiker-Gruppe mit den beiden Marken Praktiker und Max Bahr zu erhalten.“ Ein entscheidender Punkt dabei sei es, die Effizienz zu erhöhen. In diesen Zusammenhang sei auch die Verlegung der Konzernzentrale nach Hamburg zu sehen. Dabei betonte Fox, dass es keinen kompletten Abschied vom Standort Kirkel geben werde: „Es ist uns durchaus bewusst, dass wir für Kirkel eine Verantwortung haben“, sagte er. So werde für die Abteilungen Rechnungswesen, Personalabrechnung und IT eine Auslagerung (Outsourcing) geprüft. Von den gegenwärtig knapp 700 Mitarbeitern könnten so rund 180 bis 200 im Saarland weiterbeschäftigt werden. Auch soll den Mitarbeitern ein Umzug nach Hamburg angeboten werden.

Fraglich ist auch, ob Boris Becker weiter für Praktiker werben darf: „Auch das prüfen wir gerade“, sagt Fox. Einschnitte soll es auch bei den Märkten geben: Hier gebe es viele Märkte, bei denen die Mieten über dem Marktstandard lägen. Darüber müsse verhandelt werden. Bei rund 30 Standorten stelle sich die Frage, ob sie weitergeführt werden können oder geschlossen werden müssen. In Hamburg soll die Zentrale, wo zurzeit 170 Mitarbeiter für Max Bahr arbeiten, um rund 300 Mitarbeiter erweitert werden. Eine komplette Umbenennung von Praktiker in Max Bahr lehnt Fox allerdings wegen der unterschiedlichen Unternehmenskulturen ab. Der Bürgermeister von Kirkel, Frank John, sorgt sich vor allem um die Mitarbeiter in Kirkel, die keine Weiterbeschäftigung bekommen: „Für uns stellt sich die Frage, wie wir diese Leute auffangen?“ Indirekt werde es über die fehlenden Arbeitsplätze natürlich auch finanzielle Folgen für die Gemeinde geben. Die Gewerkschaft Verdi hat Aktionen angekündigt.

© WhatsBroadcast
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