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„Schnee schmeckt nicht gut“

Eyob (l) und Daniel aus Eritrea haben offensichtlich Spaß auf ihren Brettern.

Eyob (l) und Daniel aus Eritrea haben offensichtlich Spaß auf ihren Brettern.

Skifahren , Snowboarden oder Rodeln – zahlreiche junge Flüchtlinge haben im Berchtesgadener Land ihre ersten Wintersporterfahrungen gesammelt. An den Winterspielen des Christlichen Jugenddorfwerks Deutschland (CJD) nahmen dieser Tage auch jugendliche Asylbewerber teil, sie reisten dazu unter anderem aus dem Saarland an. Auf dem Programm standen unter anderem Rodeln auf der Weltcupbahn am Königssee und Riesentorlauf am Götschen. Das CJD betreut in seinen Einrichtungen nach eigenen Angaben Hunderte unbegleitete minderjährige Flüchtlinge .

Zu ihnen gehören Daniel und Eyob aus Eritrea. Sie besuchen die 9. Klasse der erweiterten Realschule des CJD Homburg. Beide kennen sich schon aus ihrer Heimatstadt, flohen vor zwei Jahren aber getrennt und freundeten sich als Schüler erneut an. An ihre Flucht übers Meer in einem kleinen Boot erinnern sich beide nicht gerne. „Ich hatte große Angst“, sagt Eyob. Beide vermissen ihre Eltern. Nur einmal im Monat können sie mit ihnen telefonieren. Nun stehen ihre Betreuer aus Homburg mit selbstgemalten Schildern an der Langlaufstrecke und feuern Daniel und Freund Eyob an.

Daniel stand kürzlich zum ersten Mal auf Langlaufskiern. „Es macht Spaß“, sagte er, „aber am Anfang war es schwer, in der Spur zu bleiben.“ Zwar wusste er in seiner Heimat, dass es in Europa Schnee gibt. Aus Büchern kannte er einen Schneemann. Den ersten gebaut hat er allerdings erst vergangenes Jahr hier in Deutschland nach seiner Flucht – „mit einer Karotte als Nase“.

Eyob ist in seiner Teilnehmergruppe Erster geworden. Noch auf der Zielgeraden überholte er einige andere Langläufer. Über die gewonnene Medaille freute er sich wie ein kleines Kind. Er biss sogar hinein, wie er es von Siegerehrungen großer Sportler im Fernsehen kennt. „Es ist schwierig, das Gleichgewicht zu halten“, erzählt er. „Beim ersten Mal bin ich oft nach hinten gefallen. Aber jeden Tag wurde es besser.“ Ohnedies bleibt sein Lieblingssport das Fußballspiel.

Der 13-jährige Xholjano aus Albanien ist erst seit vier Monaten in Deutschland. Bei den Winterspielen saß er das erste Mal auf einem Schlitten. „Es war super, sehr schnell“, sagt er. Nach einer Schneeballschlacht mit seinen Betreuern meint er: „ Schnee schmeckt nicht gut.“

Reza hat beim Rodeln nur zugeschaut. Mit anderen Jugendlichen im Schnee Fußball zu spielen, fand er cooler. Der 14-Jährige floh Ende 2015 aus Afghanistan. Schnee kannte er bereits aus seinem Heimatland. „Aber so viel Schnee wie hier habe ich noch nie gesehen.“

© WhatsBroadcast
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