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Schock: Friedhof Bildstock entfernt falsches Grab

Bildstock/Spiesen. Stellen Sie sich vor: Sie gehen an Allerheiligen zusammen mit vielen gläubigen Mitbürgern auf den Friedhof, um dort ihrer verstorbenen Verwandtschaft zu gedenken. Sie gehen den gewohnten Weg zur Gedenkstätte und stellen fest: das Grab ist weg. Das, was man in einer solchen Situation denkt und fühlt, weiß eine 72-jährigen Frau aus Spiesen. Ihr widerfuhr genau dieses Szenario vor knapp zwei Wochen.

Wie jedes Jahr fuhr die Rentnerin am 1. November zum Bildstocker Friedhof, um dort das Grab ihrer Eltern zu besuchen – doch es war einfach nicht mehr da. In Zeiten, in denen sich immer häufiger dreiste Diebe auf der Jagd nach wertvollen Rohstoffen auch nicht von der Totenruhe oder Würde der Verstorbenen aufhalten lassen, liegt der Verdacht des Diebstahls nahe. Allerdings hätte wohl keine noch so gut organisierte Bande mit schwerem Gerät eine fest installierte Grabstätte unbemerkt abtransportieren können. Außerdem hätten die Kriminellen wohl weder einen gleich neben dem Grab platzierten Baumstumpf genauso fachgerecht entsorgt, wie das Grab selbst. Mittlerweile steht fest: „Das Grab wurde leider irrtümlicherweise eingeebnet“, erklärt Roman Kühn, der für Friedhofs-Angelegenheiten zuständige Fachbereichsleiter der Stadt Friedrichsthal. Die Särge seien dabei nicht entfernt worden. „Wir können der Frau nur sagen, dass wir diesen Irrtum sehr bedauern. Zwischen Ende April und Anfang Mai wurde ein Einebnungs-Antrag erstellt – allerdings für ein anderes Grab. Dabei wurden die Gräber wohl aufgrund des gleichen Nachnamens der Verstorbenen verwechselt.“

Die Betroffenheit über die peinliche Verwechslung klingt aus Kühns Stimme, während er sagt: „Wir können die Schuld nicht von uns weisen, und das wollen wir auch nicht. Hier gibt es für uns auch nichts mehr zu heilen, das Grab hätte laut Vertrag noch vier Jahre unberührt liegen bleiben müssen.“ 1975 wurde der Vater und 1993 auch die Mutter der Betroffenen darin beerdigt. Die Frau, die, wie sie erklärt, aus gesundheitlichen Gründen seit April nicht mehr am Grab ihrer Eltern gewesen war, hatte vor dem Eingeständnis eine Schadensersatzzahlung der Stadt in Höhe von 150 Euro abgelehnt und stattdessen bei der Polizei Sulzbach Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

Seit vergangener Woche befindet sich die Akte dieser Angelegenheit zur Bewertung bei der Staatsanwaltschaft Saarbrücken. In dem Schriftstück heißt es wörtlich: „Ich möchte, dass die Grabstätte wiederhergestellt wird und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.“ Zu dem Grab gehörten neben einem Grabstein und Trittplatten auch eine zentrale Grabplatte, um die herum verschiedene Blumentöpfe und ein verankertes Gehäuse für Kerzen ihren Platz hatten. Auf die Frage, ob das Grab wieder hergerichtet werden kann und so ausgestattet wird, wie es einmal war, sagt Roman Kühn: „Wenn sie das wünscht, werden wir das machen. Wir werden die Frau aber noch einmal zu einem Gespräch mit dem Bürgermeister bitten, in dem wir ihr unser Bedauern persönlich ausdrücken werden und gemeinsam besprechen, was wir tun können, um ihre Verärgerung zu lindern.

“ Außerdem will Kühn dafür sorgen, dass so etwas in der Stadt Friedrichsthal nicht mehr vorkommen kann.

© WhatsBroadcast
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