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Schock: Saargummi will weitere 180 Jobs abbauen

Beim Waderner Autozulieferer Saargummi sollen in den kommenden zwei Jahren weitere 180 Arbeitsplätze abgebaut werden. In der Autosparte würden dann nur noch 400 Jobs übrig bleiben.

Wadern.
Bei dem Autozulieferer Saargummi sollen in Wadern-Büschfeld im Lauf der nächsten zwei Jahre weitere 180 Arbeitsplätze wegfallen. Das teilte die Geschäftsführung gestern dem Betriebsrat und der Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) mit. Grund seien unter anderem gestiegene Rohstoff- und Energiepreise, die zu weiteren Anpassungen zwingen würden.

Der Preisdruck der Autobauer sei nach wie vor hoch. Außerdem leide der Standort Büschfeld „unter seinem großen Anteil an weniger technisch anspruchsvollen Produkten und hohen Arbeitskosten“, heißt es in einer Saargummi-Mitteilung. In Büschfeld werden Dichtungssysteme für Autos hergestellt. Die größten Kunden sind Volkswagen, BMW und Daimler.

Vor wenigen Monaten bereits 178 Stellen abgebaut
Bereits im März hatte die Gewerkschaft einen Rahmensozialplan ausgehandelt, um den Abbau von rund 180 Arbeitsplätzen abzufedern. Zurzeit arbeiten noch rund 910 Männer und Frauen bei Saargummi im Waderner Werk. Die Bereiche, die nicht den Autobauern zuliefern, sollen nach und nach verkauft werden. Das sind zurzeit noch die Fertigung von Schuhsohlen und die Abdichtungen für Dächer.

Die Sparte Gleisoberbau wurde bereits am 1. Mai an die Vossloh-Werdohl GmbH verkauft. In diesen drei Sparten arbeiten knapp 160 Mitarbeiter. Wenn die insgesamt 360 Arbeitsplätze im Automotive-Bereich abgebaut sind, sind dort noch rund 400 Mitarbeiter beschäftigt. Die Verbleibenden sollen außerdem Einkommens-Einbußen erleiden.

Vor einem Jahr arbeiteten bei Saargummi in Büschfeld noch 1200 Männer und Frauen. „Wir wollen erreichen, dass die jetzt angekündigten Anpassungen weniger schmerzvoll werden“, sagen der stellvertretende IG BCE-Bezirksleiter Saar, Frank Rolle, und der Betriebsratschef von Saargummi, Arno Dühr. Der saarländische IG BCE-Chef Dietmar Geuskens befürchtet, dass „die Eigentümer den Standort Büschfeld langfristig platt machen wollen“.

Das Saarland bürgt

Die Unternehmensgruppe gehört seit Dezember 2007 dem Private-Equity-Fonds Odewald & Compagnie. Geuskens warf den diversen Geschäftsführern der vergangenen Jahre „ein erhebliches Missmanagement“ vor. Es sei ihnen nicht gelungen, die hohe Zahl an Reklamationen und Ausschuss-Produkten zu senken. Seit April ist Georg Weyer Vorsitzender der Geschäftsführung von Saargummi. Zuvor war es der frühere Ford-Manager Rolf Zimmermann.

Das Saarland ist mit einer Bürgschaft von 17 Millionen Euro bei Saargummi engagiert. Außerdem hat die landeseigene SBB Saarland Bau und Boden Projektgesellschaft dem Unternehmen die Produktionsgrundstücke für zwölf Millionen Euro abgekauft und kassiert Miete davon. Auch die Landesregierung wurde von der Nachricht über den weiteren Arbeitsplatz-Abbau überrascht. „So geht an nicht mit Partnern um“, kritisierte Wirtschafts-Staatssekretär Joachim Kiefaber. Am kommenden Samstag soll um 10 Uhr eine Belegschaftsversammlung in der Schlossberghalle in Wadern-Büschfeld stattfinden.





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