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Schwangere Saarländerinnen rauchen besonders oft

Von SZ-Redaktionsmitglied Nora Ernst

Saarbrücken. Im Saarland werden mehr Frühgeborene und Babys mit Untergewicht auf die Welt gebracht als im Rest Deutschlands. Grund ist nach Angaben des saarländischen Gesundheitsministeriums die relativ hohe Zahl an Saarländerinnen, die während der Schwangerschaft rauchen. „Hierzulande werden drei bis fünf Prozent mehr untergewichtige Babys geboren als im bundesweiten Durchschnitt“, sagt Professor Ludwig Gortner von der Klinik für allgemeine Pädiatrie und Neonatologie der Universitätsklinik des Saarlandes. „Diese Kinder haben ein dreifach höheres Risiko während und nach der Geburt zu sterben.“

Während deutschlandweit drei Prozent der Schwangeren zwischen elf und 20 Zigaretten täglich rauchten, sei der Anteil im Saarland beinahe doppelt so groß, so Gesundheitsminister Georg Weisweiler (FDP). Das geht aus einer Auswertung der perinatalen Datenerhebung, also den Fragebögen, die jede Frau nach der Geburt ausfüllt, hervor. „Besonders häufig rauchen junge, ledige Schwangere“, erläutert Professor Jens Möller von der Kinderklinik des Klinikums Saarbrücken. Wie viele Frauen während der Schwangerschaft Alkohol trinken, ist darin nicht festgehalten. „Wir wissen jedoch, dass Zigaretten- und Alkoholkonsum oft Hand in Hand gehen“, so Weisweiler.

Um den „traurigen Rekord“ (Weisweiler) aufzuheben, hat das Gesundheitsministerium gemeinsam mit Partnern die Präventionskampagne „Gesund von Anfang an“ gestartet.  Die Kampagne besteht aus drei Stufen. Zunächst werden in den Arztpraxen Flyer ausgegeben, die über die Risiken des Rauchens und Trinkens während der Schwangerschaft aufklären. Haben Frauen Probleme, auf die Suchtmittel zu verzichten, können sie sich in einem zweiten Schritt an die Gesundheitsämter der Landkreise wenden, wo sie „motivierend“ beraten werden. Auf der letzten Stufe können sie eine intensive Entwöhnungsberatung in Anspruch nehmen. „An vier Problemstandorten wird demnächst in Gemeindezentren und Frauenhäusern Gruppenarbeit angeboten“, sagt Weisweiler. In Saarbrücken-Burbach, Völklingen, Neunkirchen und Dillingen soll das Angebot eingeführt werden.

Zugleich sollen mit der Kampagne die Ärzte unterstützt werden. „Einige Frauenärzte schrecken davor zurück, einzugreifen, weil sie fürchten, die Frau könnte zu einem anderen Arzt wechseln“, so Möller. Weshalb die Zahl der rauchenden Schwangeren im Saarland höher ist als im Rest Deutschlands, ist unklar. Gortner vermutet einen Zusammenhang mit der Bergarbeitertradition und einer entsprechenden familiären Prägung. Dies sei jedoch nur eine Hypothese.

Raucht eine Frau während der Schwangerschaft, läuft sie, nach Angaben des Gesundheitsministeriums, Gefahr, eine Fehl-, Früh- oder Totgeburt zu erleiden. Auch das Risiko des plötzlichen Kindstodes ist erhöht. Später leiden die Kinder häufig an Atembeschwerden und Herz-Kreislauferkrankungen. Alkoholgeschädigte Babys können innere und äußere Missbildungen haben und Verhaltensstörungen zeigen.



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