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Siersburger Jungunternehmer eröffnen Supermarkt ohne Verpackungen in Trier

Ein Supermarkt ohne Verpackung – davon träumen Sebastian Würth und Stephanie Lampe. Und ihr Traum ist in greifbare Nähe gerückt: Im April eröffnen die Siersburger in Trier den ersten „Unverpackt“-Laden der Großregion. Was in Großstädten wie Mainz, Berlin oder Leipzig schon funktioniert, wollen die beiden Jungunternehmer nun auch hier etablieren.

Außergewöhnlich dabei: Das Startgeld für ihr ambitioniertes Projekt wird gespendet. Über Crowdfunding (Spendensammeln über eine Internetplattform) haben die beiden schon über 22 000 Euro zusammenbekommen – in knapp vier Wochen. Damit haben sie die erste selbstgesetzte Hürde genommen. Aber dass die Aktion so gut einschlägt, hätten die beiden, bei allem Optimismus, selbst nicht gedacht. „Mit der ersten Summe können wir den Laden einmal komplett mit Ware füllen“, freut sich Lampe.
 

Schon 22 000 Euro Spenden

Das Crowdfunding läuft noch bis Montag, 29. Februar: „Und jeder Euro, den wir mehr einnehmen, hilft uns, unabhängiger von der Bank zu agieren“, erklärt Würth.

Komplett ohne Einwegverpackungen wie Plastikfolie, Tüten, Kisten oder ähnlichen „ Verpackungsmüll “ kommt ihr Konzept aus, erklärt Würth. Viele Kunden seien sich zwar dem Problem des Plastikmüllbergs bewusst, meint er, aber „uns bleibt im Supermarkt ja nichts anderes übrig“. Das wollen sie ändern und ein Statement gegen die Wegwerfgesellschaft setzen: Müllvermeidung und nur so viel kaufen, wie man wirklich braucht, sind die Grundsätze. „Bei uns blendet keine schicke Verpackung, man bezahlt nicht für die Werbung mit“, erklärt die 34-jährige Lampe. „Es geht nur um das Produkt an sich. Und wir glauben, dass man auch im Kleinen beginnen kann, viel Müll zu vermeiden.“

Die Ware aus einem Sortiment von über 500 Artikeln – von Obst und Gemüse über Molkereiprodukte und Trockenware bis zu Drogerieartikeln – wird vom Kunden selbst aus großen Behältern abgefüllt, in mitgebrachte Taschen, Dosen oder Gläser. Um möglichst viele nachhaltige Produkte für ihren Laden zu finden, sprach das Duo lokale Erzeuger an, hörte sich in anderen Läden um und besuchte zum Beispiel die Bio-Fachmesse. „Toilettenpapier zu finden, war echt schwierig“, erzählt Würth, gelernter Einzelhandelskaufmann. Doch auch das gelang: Aus Bambus ist es und wird, wie alle Waren, in möglichst großen Gebinden angeliefert – um Verpackung zu sparen. „Mittlerweile ist der Laden fast ein Selbstläufer“, berichtet Lampe, „jetzt kommen schon Anbieter auf uns zu.“
 

Ware aus dem Saarland

Der Saarländer und die Berlinerin sind auch privat ein Paar, kennengelernt haben sie sich über das Internet. Nach nur rund vier Monaten Planungszeit nimmt ihre Idee nun schnell konkrete Formen an: Das 140 Quadratmeter große Ladenlokal in der Paulinstraße ist schon gefunden, etliche Lieferanten auch. Seine Ware bezieht der „Unverpackt“-Laden übrigens zu großen Teilen aus dem Saarland, verrät der 21-Jährige: Gemüse und Eier von heimischen Landwirten, aber auch Produkte kleinerer Manufakturen wie der Kaffeerösterei „Cafe Plaisir“ und dem „Teematik“ in Saarlouis gehören dazu. Ins Saarland würden die „Unverpackt“-Inhaber auch zu gerne später expandieren: „Am liebsten nach Saarlouis oder Saarbrücken“, meint Würth.

unverpackt-trier.de

 

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