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Silbermond tritt nach langer Pause wieder in Saarbrücken auf

Silbermond mit Frontfrau Stefanie Kloß und Andreas Nowak (ganz rechts). Foto: Jörg Carstensen/dpa

Silbermond mit Frontfrau Stefanie Kloß und Andreas Nowak (ganz rechts). Foto: Jörg Carstensen/dpa

Auch wenn euer neues Album „Leichtes Gepäck“ heißt, war dessen Produktion wohl alles andere als einfach für euch, oder?

Stefanie: Ja, es heißt ja nicht umsonst so. Und so schön, wie die zehn Jahre waren, in denen wir jetzt unterwegs sind, haben wir trotzdem gemerkt, dass einiges auf der Strecke geblieben ist. Denn neben dem Erfolg war das auch eine Menge Arbeit, die wir dort hineingesteckt haben – und auch viel Herzblut. Man hat sich dabei auch aufgerieben. Vor allem hat man sich vielleicht auch mit ganz vielen Sachen beschäftigt, die nicht so wichtig waren. Nach der vergangenen Platte haben wir dann gemerkt, dass zum einen der Akku ein bisschen leer war und dass wir uns zum anderen etwas voneinander entfernt haben, besonders musikalisch. Wenn man eine Platte nach der anderen produziert und pausenlos arbeitet, ohne sich einmal zu hinterfragen, dann entfernt man sich musikalisch immer mehr voneinander, ohne das wirklich zu merken. Deshalb haben wir ganz bewusst die Entscheidung getroffen, eine Pause einzulegen und uns erst einmal einzugestehen, dass irgendetwas nicht so ist wie damals, als wir angefangen haben. Wir dachten: Entweder wir analysieren jetzt, was es ist, oder wir hören vielleicht besser als Band auf.

Wie ging es dann weiter?

Stefanie: Wir haben uns zum Glück für ersteres entschieden, uns hingesetzt, geredet und uns gemeinsam auf die Suche nach der verlorenen Leichtigkeit gemacht – und vielleicht auch nach dem Mut, der uns durch den ganzen Druck abhanden gekommen war, durch den eigenen Anspruch und auch den von außen. Ziel war es, diese Leichtigkeit wiederzuerlangen. Und es tat gut, wenn man merkt, dass man wieder freier an die Musik herangehen und den Druck beiseiteschieben kann. Dann fällt eine Last von den Schultern. Auch mussten wir Prioritäten setzen. Das mussten wir erst einmal lernen. Wir haben immer alles als höchste Priorität eingestuft, was mit der Band zu tun hatte. Die Entscheidung, jetzt auch mal einzusehen, dass die Welt nicht zusammenbrechen wird, wenn man vielleicht mal krank ist und ein Interview nicht geben kann, dass die Band nicht den Bach runtergeht, wenn wir mal ein Konzert absagen müssen oder nicht alle Termine zusagen. Und mit dieser neuen Freiheit, diesen Entscheidungen und dem Prozess, in dem wir viel geredet haben, ist dann diese neue Platte entstanden.

In diesem Jahr geht ihr nach längerer Pause wieder auf Tour. Habt Ihr nach den Terror-Anschlägen der vergangenen Wochen nicht auch ein mulmiges Gefühl, in großen Hallen aufzutreten?

Andreas: Auf alle Fälle sollte man die Freiheit bewahren, die man sich erkämpft hat. Diese Leute wollen Angst schüren und Unheil anrichten. Ich glaube, die größte Waffe, die man entgegenbringen kann, ist die, die Freiheit bewusst zu leben, worauf diese Leute vielleicht auch neidisch sind. Es ist auf jeden Fall sehr wichtig, dass man sich davon nicht beeinflussen lässt. Wir leben unsere Freiheit, und das ist der Grund, warum wir hier leben. Und das ist schön so. Das genießen wir auch. Und das ist eine wichtige Nachricht.

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