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Sind Wildtiere im Zirkus bald verboten?

Elefanten in der Manege – nicht nur Tierschützer halten das für Quälerei. Foto: Kochetokov/dpa

Elefanten in der Manege – nicht nur Tierschützer halten das für Quälerei. Foto: Kochetokov/dpa

Jetzt aber. Der Bundesrat soll erneut einen Versuch unternehmen, die Bundesregierung zu einem Verbot von Wildtieren in Zirkussen zu bewegen. Anders als in vielen anderen europäischen Ländern gibt es in Deutschland eine solche Vorschrift noch nicht. Rückendeckung erhält das Vorhaben aus den Bundestagsfraktionen.

Die Debatte darüber ist nicht neu. Vor allem Tierschützer lassen nicht locker, wenn es darum geht, Affen, Pferde, Tiger, Bären oder Elefanten aus der Manege zu verbannen. In 18 europäischen Ländern ist das inzwischen weitgehend der Fall. Politisch sprach sich der Bundesrat bereits 2003 und 2011 dafür aus. „Eine Rechtsverordnung, die diese Beschlüsse umsetzen könnte, ist bislang nicht erlassen worden“, kritisiert Hessen jetzt die Bundesregierung.

Die schwarz-grüne Regierungskoalition in Wiesbaden hat deshalb erneut einen Antrag in die Länderkammer eingebracht, in dem der zuständige Bundeslandwirtschaftminister Christian Schmidt ( CSU ) aufgefordert wird, endlich „zeitnah“ zu handeln. Nach wie vor gebe es viele Verstöße gegen bereits bestehende Haltungsvorschriften von Wildtieren. Außerdem belegten aktuelle Erkenntnisse, dass selbst bei Einhaltung der Vorgaben die Tiere „gehäuft“ gesundheitliche Schäden oder Verhaltensauffälligkeiten entwickeln würden. Sicher sei, dass durch Ortswechsel und Transporte die Tiere „erheblich leiden“. Insgesamt gibt es laut Antrag in Deutschland zehn große Zirkusse sowie 250 reisende Klein- und Kleinst-Zirkusse.

Bei Tierschützern läuft Hessen offene Türen ein. „Das Verbot ist überfällig“, so Lea Schmitz vom Tierschutzbund. Es gebe zwar Zirkusrichtlinien, aber deren Haltungsvorgaben seien zu lasch, würden im Vergleich aus Bären , Affen oder Elefanten „Tiere zweiter Klasse“ machen. Das Argument der Kritiker eines Verbotes, damit werde die Berufsfreiheit der betroffenen Betreiber beschnitten, lässt der Tierschutzbund nicht gelten. Man könne einen Zirkus auch ohne Tiere veranstalten, so Schmitz. Das Land Hessen sieht das ähnlich. Einige Städte haben Betrieben bereits Stellplätze verweigert. Die Gemeindeordnung macht das laut Tierschutzbund möglich. Doch hilfreich sei ein solcher „Flickenteppich“ nicht. Bundesweite Regelungen müssten her.

Im Bundestag findet ein Verbot ebenfalls Anhänger. So meinte die Tierschutzbeauftragte der SPD-Fraktion , Christina Jantz: „Eine artgerechte Haltung von Wildtieren im Zirkus ist nicht möglich – und auch ohne Wildtiere bietet der Zirkus genügend Attraktivität.“

 

Zum Thema:

Am RandeMitte vergangenen Jahres hatte der Bürgermeister Illingens, Armin König , im Saarland eine Selbstverpflichtung der Kommunen angeregt, aus Tierschutzgründen „keine Zirkusvorstellungen mit Wildtieren mehr zu genehmigen oder billigend in Kauf zu nehmen“. Während mehrere Bürgermeister König unterstützten, hatten andere rechtliche Vorbehalte: Kommunen könnten Veranstaltungen nicht verbieten, die rechtlich erlaubt sind, hieß es etwa aus dem Saarbrücker Rathaus. Auch Neunkirchens Bürgermeister Jürgen Fried sagte, auf der bestehenden Rechtsgrundlage dürfe die Kreisstadt „im Sinne der freien Berufsausübung“ eine Genehmigung nicht verweigern. red

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