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Smart investiert in Werk Hambach

Hambach. In das lothringische Smart-Werk von Mercedes-Benz Cars (MBC) werden 200 Millionen Euro investiert, um die Produktion der dritten Smart-Generation des Zweisitzers „Fortwo“ sicherzustellen. Dieser soll dort ab 2014 von den Bändern laufen. Das berichten französische Medien unter Berufung auf Behörden-Angaben. Der „Fortwo“ soll zusammen mit dem französischen Autobauer Renault gefertigt werden und auf der Plattform der neuen Generation des Renault Twingo aufsetzen, schreibt die lothringische Zeitung „Républicain Lorrain“. Das Projekt trage den Namen Edison und werde in Guyancourt (Großraum Paris) entwickelt.

Um den neuen Smart bauen zu können, soll auch die Montagelinie verlängert werden. Dazu muss das Smart-Gelände in Hambach von derzeit 10.000 auf fast 15.000 Quadratmeter erweitert werden. Außerdem werde das Logistik-Zentrum vergrößert. In den Teil der Produktion, in dem früher der Smart Roadster gebaut wurde, soll eine neue Lackieranlage installiert werden, die nach Angaben des „Républicain Lorrain“ allein 50 Millionen Euro kosten wird. Mit ihr könnten in Hambach dann auch Sonderlackierungen auf die Autos aufgetragen werden, was heute in „Smartville“ noch nicht möglich ist. Unter anderem ist das bei dem Exklusiv-Smart Brabus der Fall, der seit zehn Jahren zusammen mit dem Fahrzeugveredler Brabus (Bottrop) entwickelt und gebaut wird. Die neue Lackierstraße soll bereits 2013 in Betrieb gehen.

Mit der Fertigung der dritten Smart-Generation „sind die 1500 Arbeitsplätze in dem Werk bis 2020 gesichert“, schreibt der „Républicain Lorrain“ weiter. Seit Beginn des Jahres seien 20 neue Mitarbeiter mit unbefristeten Verträgen eingestellt worden. Weitere Neueinstellungen sollen folgen. Um die neue Generation des Smart bauen zu können, müssen die Mitarbeiter rund 100.000 Stunden Training absolvieren. Für diese intensive Schulung sagten Vertreter der Stadt Saargemünd und der Region Lothringen bereits finanzielle Unterstützung zu.

Ein MBC-Sprecher bestätigte, dass die Planungen „für die Weiterentwicklung des Standortes Hambach“ und die Fertigung von Nachfolge-Modellen der aktuellen Smart-Generation laufen. Diese Projekte seien allerdings noch nicht abgeschlossen. Daher könne man zum jetzigen Zeitpunkt keine konkreten Angaben machen. Im vergangenen Jahr wurden nach MBC-Angaben rund 102.000 Smart verkauft, 4,6 Prozent mehr als im Jahr 2010.

Ab Juni beginnt in Hambach außerdem die Großserien-Produktion des Elektroautos „Smart fortwo electric drive“. Seit Dezember vergangenen Jahres laufen die Reservierungen. Mitte September sollen die ersten Autos an Kunden ausgeliefert werden. „Wir haben bereits 50 verbindliche Vorreservierungen für dieses Auto“, sagt Uwe Conrad, Chef des Smart-Centers Saarbrücken. „Damit liegen wir bundesweit an der Spitze.“ Das Fahrzeug soll inklusive Batterie rund 24.000 Euro kosten. Allerdings kann man den Akku auch für 70 Euro monatlich mieten. „Dafür hat man dann lebenslange Garantie auf die Batterie“, so Conrad. Ohne Akku kostet das Auto knapp 19.000 Euro. Mit einer Batterieladung könne man 140 Kilometer fahren. Die Stromkosten für 100 Kilometer lägen bei zwei Euro, sagt der Smart-Manager. Das Aufladen an der heimischen Steckdose dauere etwa acht Stunden.

Meinung
Langer Atem zahlt sich aus
Von SZ-Redakteur Lothar Warscheid


Dass der Bonsai-Benz Smart noch einmal die Kurve kriegen würde, hätten vor einigen Jahren nur wenige im großen Daimler-Reich für möglich gehalten. Entsprechende Zitterpartien mussten die Mitarbeiter im Lothringer Smart-Werk durchleiden, das einst als Glanzstück der Umstrukturierung im ostfranzösischen Kohlerevier gefeiert wurde. Heute ist der Smart auch angesichts hoher Benzinpreise trotz seiner 15-jährigen Historie ein Trend-Auto und als City-Flitzer für Junge und jung Gebliebene richtig hip. Mit der Elektro-Variante kann man bald noch sein Öko-Gewissen beruhigen. Der lange Atem hat sich für Daimler ausgezahlt.
 
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