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So geht Tourismus in Saarbrücken

Ein Einkaufsbummel in der Europagalerie gehört für die meisten Touristen in Saarbrücken dazu. Foto: Becker & Bredel

Ein Einkaufsbummel in der Europagalerie gehört für die meisten Touristen in Saarbrücken dazu. Foto: Becker & Bredel

Die Saarbahn-Haltestelle Heinrichshaus in „Urwaldhaltestelle“ umbenennen? Mit solch kleinen und großen Möglichkeiten, den Saarbrücker Fremdenverkehr zu entwickeln, befasst sich die Studie „Touristische Zielsetzung - Landeshauptstadt Saarbrücken 2020“. Wir haben Fakten, Erkenntnisse und Prognosen aus der bemerkenswert bodenständigen Analyse zusammengetragen.
 

Shoppen ist das Wichtigste

Von den Besuchern in Saarbrücken profitieren bislang nicht die Hotels am meisten, sondern der Einzelhandel. Von 100 Euro fließen 45 in Geschäfte, 27 in die Gastronomie, 18 in Dienstleistungen und nur zehn Prozent in die Hotels. Erklärung: Der Saarbrücker Tourismus ist vor allem ein Tagesreisemarkt mit geringen Verweildauern. Tagesgäste geben übrigens im Durchschnitt 32,30 Euro aus, Übernachtungsgäste mehr als dreimal so viel.
 

Saarbrücken ein Einzelkämpfer

Die Landeshauptstadt steigerte ihre Gästeankünfte in den letzten zehn Jahren um über 35 Prozent von knapp 200 000 auf 310 000 pro Jahr. Im Land lag die Steigerungsrate bei nur 32 Prozent. Insgesamt entfallen über 32 Prozent aller Gästeankünfte im Saarland (wegen Flughafen und Hauptbahnhof) auf Saarbrücken. Das Ergebnis fällt umso besser aus, wenn man berücksichtigt, dass es in Saarbrücken keine öffentlich geförderten „Leitinvestitionen“ wie Saarland Therme und Ferienpark Bostalsee gab.
 

Nicht nur Sehenswürdigkeiten



Die Saarbrücker Bauwerke reichen allein nicht, um sich im Bundesvergleich touristisch zu behaupten. Lediglich die barocke Ludwigskirche hält in der Bundesliga der Attraktionen mit. Ein Manko: St. Johanner Markt, Moderne Galerie, Schloss, Ludwigsplatz und Bahnhofstraße sind nicht gut miteinander verbunden.


 

Kultur, Kulinarik, Grünanlagen

Theater, Museen, Konzerte und Kreativszene gelten als großstadtwürdig, ebenso die Gastronomie mit Sterneküchen und Freiluftbetrieben. Bestnoten bekommen auch öffentliche Anlagen, Gärten und Uferlandschaft der Saar.
 

Französischer geht es nicht

In Zahlen messen kann man ihre Bedeutung nicht, nur ahnen: „Weiche Standortfaktoren“ wie „das positive Lebensgefühl der Bevölkerung, das französische Ambiente und Flair“ und die Freiluftgastronomie machen Saarbrücken als „wahrscheinlich französischste deutsche Stadt“ zu etwas Besonderem.
 

Wandern gut und schön, aber...

Im Vergleich mit klassischen deutschen Wanderzielen hat Saarbrücken trotz zweier Premiumwege (Urwald und Brunnenweg Ensheim) qualitativ und bei der Vielfalt wenig zu bestellen. Die Saarbrücker Radwege sind noch nicht gut an die überregionalen Radwege angebunden. Es fehlen Möglichkeiten, Fahrräder überdacht abzustellen und Gepäck stundenweise einzuschließen.
 

Denkt an die Älteren!

Der Städtetourist von heute ist im Schnitt 50 bis 60 Jahre alt, der von morgen wird über 60 sein, ein sogenannter „Best Ager“. Wer dem etwas daher macht, kann Geld verdienen. Und das Schöne ist: seniorengerechte Gebäude, Anlagen und Infrastruktur nutzen auch der alternden Bevölkerung.
 

Die vorzeigbaren Nachbarn

Das Weltkulturerbe Völklinger Hütte und das Biosphärenreservat Bliesgau, die Länder Frankreich und Luxemburg sowieso, gelten als „Rahmen und wertvolle Ergänzung“ für die Landeshauptstadt. Hier kann man seinen Besuch getrost hinschicken, wenn er mal was anderes sehen will.
 

An Schwächen arbeiten

Autobahnlärm am Saarufer, ein Filialistenüberhang in der City, fehlende Minirouten für Tagestouristen , zu wenig Stellplätze für Wohnmobile und eine „noch ausbaubare Servicequalität“ gelten als Saarbrücker Schwachpunkte.
 

Bloß nicht abhängen lassen

Ohne Schienenfernverkehr, Flughafen und Fernstraßen ist Tourismus nicht zu machen. Allein um den Status quo zu halten, sind permanente Investitionen nötig.

© WhatsBroadcast
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