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So will die Saarbrücker Mainzer Straße der Tauben Herr werden

Tauben werden dem Menschen
zwar nicht gefährlich, sie gelten
allerdings zunehmend als »ästhetisches«
Problem.

Tauben werden dem Menschen zwar nicht gefährlich, sie gelten allerdings zunehmend als »ästhetisches« Problem.

Bei einem gut besuchten runden Tisch der Interessengemeinschaft (IG) Quartier Mainzer Straße am Dienstagabend trat Dr. Frank Kuhn vom Gesundheitsamt des Stadtverbandes dem Gerücht entgegen, Stadttauben seien gefährliche Tiere, die es zu bekämpfen gelte. Wie Kuhn sagte, gingen von ihnen nicht mehr oder weniger Gefahren aus als von jedem Singvogel. Vertreter des Vereins für Stadttauben versicherten, dass der Kot der Tiere keine Gebäude zerstöre. So konnte man sich rasch auf die Bewertung der Bezirksbürgermeisterin Christa Piper (SPD) verständigen, dass Tauben vor allem ein „ästhetisches Problem“ seien – allerdings ein gravierendes, das manchen Hausbesitzer zornig macht.

So kamen mehrere Bürger zu Wort, die in der Nachbarschaft verwahrlosender Häuser wohnen. In diesen Gebäuden, deren Eigentümer oft kein Interesse an Ordentlichkeit haben, finden Stadttauben scharenweise Nischen zum Brüten und verdrecken Terrassen, Dächer und ganze Gegenden. Andreas Goldschmidt vom Stadttauben-Verein regte an, mit einer städtischen Polizeiverordnung die gewünschte Ordnung zu erzwingen. Die Bezirksbürgermeisterin schlug vor, man möge der Verwaltung den Prüfauftrag erteilen, mit welchen – möglicherweise weniger rigiden – Mitteln man die Immobilienbesitzer an der Eindämmung des Taubenproblems beteiligen könnte.

Große Zustimmung fand die Arbeit des 2005 gegründeten Stadttauben-Vereins, der in Abstimmung mit der Verwaltung drei Taubenhäuser unterhält. Hier finden die Tiere artgerechtes Futter und Nistplätze.

Ihre Gelege werden weggenommen und durch Gipseier ersetzt; der Kot wird tonnenweise von ehrenamtlichen Helfern eingesammelt und entsorgt. Die Erfahrung zeigt, dass die Tauben regelrechte Stubenhocker sind, sich fest an den Schlag binden und damit auch kaum die Stadt verdrecken. Man sieht sie seltener, so dass sie mehr akzeptiert werden.

Nur etwa 30 Prozent der Saarbrücker Tauben werden durch die drei Häuser ins quasi „betreute Wohnen“ gelockt, so dass sich der Verein sieben weitere vorstellen könnte. Gerd Leidinger kündigte für die IG an, beim nächsten Fest für den Bau eines weiteren Taubenhauses in der Mainzer Straße zu sammeln. Mit den 1000 bis 1500 Euro ist es aber nicht getan, es werden auch Helfer gebraucht, die das Haus betreuen. Auch die Aufklärung über die Tiere soll verstärkt werden. Tenor: Tauben sollte man nicht füttern und nicht unterschlüpfen lassen, dann haben sie und die Menschen einen Gewinn.

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