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So wird Saarlands neue Gemeinschaftsschule

Von SZ-Redakteur Patrick Griesser

Saarbrücken. Die neue Gemeinschaftsschule im Saarland nimmt Gestalt an. Bildungsminister Klaus Kessler (Grüne) hat gestern die Eckpunkte der neuen Schulverordnung vorgestellt. Die Ende Oktober im Kabinett verabschiedete Verordnung gibt vor, wie die aus Erweiterten Real- und Gesamtschulen geformte Gemeinschaftsschule ab nächstem Schuljahr funktionieren soll. Kessler verwies auf Neuerungen wie den Einstieg mit zwei Fremdsprachen in der fünften Klasse und ein Plus von zwei Stunden für die Fünft- und Sechstklässler.

Mussten diese bislang noch 28 Stunden pro Woche die Schulbank drücken, sieht die Stundentafel für die ersten Gemeinschaftsschüler ab Herbst 2012 nun 30 Stunden vor – eine Stunde werden sie im neuen Fach „Lernen Lernen“ in Arbeitstechniken unterrichtet und eine Stunde steht dem Klassenlehrer zur Verfügung, wie Kessler gestern sagte. Zudem werde das Sitzenbleiben bis Klasse acht abgeschafft.

Die komplette Verordnung soll demnächst im Amtsblatt veröffentlicht werden. Dort ist dann auch nachzulesen, wie das neue Sprachenkonzept aussieht: Bereits in Klasse fünf lernen die Kinder auf der Gemeinschaftsschule künftig Englisch und Französisch. Eine Sprache erhält vier Stunden pro Woche, die andere zwei Stunden, ohne eine Benotung als Sprachkurs.

Wie im Vorfeld angekündigt, soll die neue Verordnung den Schulen einen größeren Freiraum für die Gestaltung ihres Schultyps liefern.  In einem komplexen Verfahren zur Verteilung des Stundenbudgets kann die Schule darüber entscheiden, ob sie sich mehr an der ERS oder an der Gesamtschule orientiert – und ob der Schwerpunkt auf Förderung, Arbeitsgemeinschaften oder einem Kurssystem liegt.

Insgesamt sollen ab Sommer 63 Gemeinschaftsschulen an den Start gehen. Zur Zukunft der ERS Mandelbachtal und der ERS Primstal liefen Gespräche, sagte Kessler. Bis zu 600.000 Euro zusätzliche Kosten kommen binnen zehn Jahren auf die Schulträger zu, schätzt Kessler, wenn die Schulen trotz zu geringer Schülerzahlen als eigenständige Gemeinschaftsschule weitergeführt würden. Die SPD sieht in der Verordnung „Licht und Schatten“. Sie vermisst etwa Lehrerstunden, um ein pädagogisches Konzept zu erarbeiten.


Auf einen Blick
Die Gemeinschaftsschule entsteht aus Gesamt- und erweiterten Realschulen. Sie startet im Herbst 2012.
Politisch ermöglicht wurde die neue Schulform durch eine Verfassungsänderung, wobei CDU, FDP und Grüne die notwendige Mehrheit nur durch die Stimmen der Linken erreichten. Die SPD stimmte gegen die neue Schulform.pg



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