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Stink-Säure vernebelt Sonnenstudio - Großeinsatz der Feuerwehr

Symbolfoto.

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Nichts als Rot sah, wer gestern Morgen von der Scheib die Zweibrücker Straße hinab blickte Richtung Mantes-la-ville-Platz: Feuerwehrauto reihte sich an Feuerwehrauto. Bis zur Einmündung der Spielmannstraße war die Straße komplett dicht. Das Großaufgebot galt einem „bestialischen Gestank“, der den Mitarbeiterinnen eines Sonnenstudios morgens um 8 Uhr entgegenschlug.

„Fast wie Buttersäure“, merkte Bürgermeister Jörg Aumann, in dessen Dezernat Feuerwehreinsätze fallen, vor Ort an. Er lag goldrichtig. Als Buttersäure – eine Substanz, die mit ihrem penetranten Geruch nach Erbrochenem und ranziger Butter Übelkeit verursacht – hat das Landesamt für Arbeits- und Umweltschutz (LUA) später die Geruchsquelle identifiziert. Wie sie in das Sonnenstudio kam, das sich seit mehr als 30 Jahren in der Zweibrücker Straße unterhalb der Scheib befindet, ist noch unbekannt. „Wir ermitteln in alle Richtungen“, so die Neunkircher Polizei, die betont: „Das ist mehr als ein übler Scherz!“ Den Gestank konnte die Feuerwehr selbst mit Überdrucklüftern gestern nicht aus den Räumen des Studios vertreiben.

Das Attentat rief jedenfalls 18 Einsatzfahrzeuge und gut 70 Einsatzkräfte auf den Plan. Zum Tatort eilten unter anderem die Löschbezirke Neunkirchen-Innenstadt, Wellesweiler und Wiebelskirchen sowie der Gefahrstoffzug des Landkreises Neunkirchen, wie Feuerwehrsprecher Christopher Benkert mitteilte. Die Einsatzleitung hatte der städtische Wehrführer Franz-Josef Kuhn. Auch Kräfte des Arbeiter-Samariter-Bundes, des DRK und der für solche Fälle zuständige Leitende Notarzt hielten sich bereit. Verletzte gab es dann aber keine zu versorgen. Etwas „geruchsgeschädigt“, ansonsten aber fidel, berichteten auf der gegenüberliegenden Straßenseite die „Sonnenland“-Mitarbeiterinnen Jessica Lang, Kathi Schwickert, Ellen Kircher und Petra Häfner der SZ von ihrem abrupt beendeten Arbeitstag.

Die Studio-Crew schaute dann zu, wie zunächst Angehörige des Gefahrstoffzugs in Chemieschutzanzügen ins Studioinnere vordrangen. Messtrupps stellten dann fest, dass offenbar keine akute Gesundheitsgefahr bestand. Allerdings konnte die Substanz, die den beißenden Gestank verursachte, noch nicht identifiziert werden. Sie wurde auf kleinen Kissen geortet, die mit einer Flüssigkeit oder einem Gel getränkt im Studio lagen. Die Kissen wurden kurzerhand in Gefäße verpackt und an das LUA weitergeleitet. Von dort kam dann am Abend das eingangs erwähnte Ergebnis: Buttersäure.

Die Zweibrücker Straße war während des Einsatzes zwischen Scheib und der Einmündung Spielmannstraße fast fünf Stunden lang gesperrt.

Bilder gibt es im Internet unter www.facebook.com/saarbrueckerzeitung.nk.
© WhatsBroadcast
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