In Saarlouis Ampelanlage außer Betrieb, Gefahr (mehrere Ampelanlagen im Innenstadtbereich sind aufgrund Stomausfalls ausgefallen) (10:48)

Priorität: Sehr dringend

21°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
21°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Strafanzeige: Homburger Stadtspitze entsetzt wegen rechter Parolen an Jägersburger Schule

Symbolfoto.

Symbolfoto.

Die Pläne der Stadt Homburg, die alte Schule in Jägersburg als Unterkunft für Flüchtlinge zu nutzen, führt aktuell zu teils kontroversen Diskussionen. Am Wochenende kam es zudem zu ausländerfeindlichen Schmierereien am Gebäude selbst (wir berichteten). Unbekannte sprühten Sätze wie „Für Deutsche zu teuer, für Asylanten 350 000 Euro“ an eine der Wände im Innenhof. Auch ein Hakenkreuz ist dort derzeit zu sehen und der Spruch „keine Kanacken“.

Homburgs Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind kündigte eine entsprechende Strafanzeige an. Solche Aussagen seien nicht hinnehmbar und erfüllten zu ihrem ausländerfeindlichen Charakter zudem rein rechtlich gesehen den Tatbestand einer Sachbeschädigung. Und: In der Sache bewiesen die Behauptungen, dass der oder die Schreiber des Satzes „Für Deutsche zu teuer, für Asylanten 350 000 Euro“ von der tatsächlichen Sachlage absolut keine Ahnung hätten. So habe die alte Schule nie für eine städtische Wiedernutzung zur Diskussion gestanden. Wäre der Schulstandort Jägersburg wiederbelebt worden, so wäre dafür die neue Schule genutzt worden. „Für die alte Schule gab es nur zwei Optionen: entweder das Gebäude für kleines Geld an einer Investor verkaufen oder abreißen.“

Schneidewind machte auch klar, dass die genannten 350 000 Euro, diese sind für eine Sanierung im Inneren des alten Gebäudes vorgesehen, nicht allein von der Stadt, sondern auch mittels Fördergelder von Land/Bund aufgebracht würden – sofern es zur angedachten Nutzung überhaupt kommt. „Es handelt sich ja bei diesen Planungen um einen Vorschlag der Verwaltung. Und der muss ja noch durch die entsprechenden Gremien.“ Gefragt, ob die Stadt und die Polizei nun einen schärferen Blick auf die alte Jägersburger Schule habe, Stichwort: Anschläge auf geplante Flüchtlingsunterkünfte, zeigte sich Schneidewind noch nicht wirklich beunruhigt - man stehe aber generell mit der Polizei beim Thema Flüchtlinge in engem Kontakt. „Wir suchen hier immer das Gespräch.“ Die von Schneidewind ins Gespräch gebrachte Homburger Polizei verwies gestern auf Nachfrage unserer Zeitung an den Staatsschutz beim Landespolizeipräsidium in Saarbrücken. Dort habe man zwischenzeitlich die Ermittlungen aufgenommen.

Martin Vollmer, der stellvertretende Ortsvorsteher von Jägersburg , zeigte sich gegenüber unserer Zeitung entsetzt von den Vorgängen und nannte sie „unentschuldbar und nicht zu rechtfertigen“. Vor diesem Hintergrund brachte er die Idee einer Informationsveranstaltung auf den Tisch, um mit den Bürgern den Dialog zu suchen und Hintergründe zu den aktuellen Plänen zu vermitteln. Vollmer räumte hier allerdings ein, dass es fraglich sei, ob man mit einem solchen Gesprächsangebot die erreiche, die für die ausländerfeindlichen Schmierereien an der alten Jägersburger Grundschule verantwortlich seien.

Unterdessen sorgten die Pläne der Stadt Homburg auch auf unserer Facebook-Seite „Saarbrücker Zeitung/Homburger Rundschau“ zu heftigen Diskussionen. Deutlich wurde hier aber, dass viele Bürger den Überlegungen der Stadt durchaus positiv gegenüberstehen. So schreibt Simon Brixius: „Genau solche leer stehenden Einrichtungen gilt es zu nutzen!“ Und Marie Burkhart-Hock bewertet die Pläne so: “ ... finde es toll, dass das leer stehende Gebäude für einen guten Zweck genutzt wird.“
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein
Das könnte Sie auch interessieren
Initiative will das städtische Filmhaus privatisieren, um es zu retten

Sa., 24. September 2016, 12:30 Uhr

Mit diesem Plakat warb das Filmhaus früher mal. Foto: Filmhaus

Ein Besuchermagnet ist das Saarbrücker Filmhaus nicht. Zuletzt kamen nicht einmal mehr 18 000 Besucher im Jahr, im Schnitt also weniger als 50 pro Tag. Weil das Ganze die Stadt zwischen 350 000 und rund 400 000 Euro pro Jahr kostet und auch noch in einen Aufzug, der das historische Gebäude behindertengerecht macht, investiert werden müsste, ist das Kino in die Diskussion geraten. Die Landeshauptstadt wird es nicht schaffen, das Filmhaus dauerhaft zu halten, befürchtet eine neu gegründete Initiative von Filmfreunden.

Flüchtlingsheim in Koßmannstraße steht zum Verkauf

Sa., 10. September 2016, 11:15 Uhr

Das Flüchtlingsheim in der Koßmannstraße 48-52. Foto: Becker&Bredel

In der Koßmannstraße 48-52 residierte einst die Berufsgenossenschaft Metall Nord Süd. Die zog aus. Der neue Eigentümer hat das Haus umgebaut. Die Stadt hat es gemietet. Seit Juli wohnen dort 56 Flüchtlinge.

Überwachungs-Skandal: Homburger Ex-OB durch anonymen Brief belastet

Do., 25. August 2016, 19:00 Uhr

Symbolfoto.

Rund um die Überwachungsaktion beim städtischen Baubetriebshof in Homburg gibt es eine erneute Wende. Zunächst hatte die Stadt in der vorletzten Woche unter anderem auch gegen den ehemaligen Oberbürgermeister Karlheinz Schöner ( CDU ) Strafanzeige gestellt. Ihm wurde vorgeworfen, dass er städtische Bedienstete während deren Arbeitszeit auf seinem Privatgrundstück beziehungsweise beim Haus seiner Töchter eingesetzt habe.