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Strafzettel für Pinkler

Rasch mal irgendwo an einen Zaun stellen und sich erleichtern – das kann teuer werden. In der Kreisstadt handelt es sich dabei um eine Ordnungswidrigkeit und wird mit einem Bußgeld über 30 Euro bestraft.

St. Wendel.
Jede Stadt hat ihre Richtlinien, wonach sie für Recht und Ordnung sorgt. So auch St. Wendel. Zum Beispiel wenn's darum geht, Dreck und Müll in der City zu vermeiden. Wer sich nicht daran hält und von Mitarbeitern des Ordnungsamtes in flagranti erwischt wird, wie er dagegen verstößt, riskiert ein Bußgeld.

So steht es in der „Polizeiverordnung über die Sicherheit und Sauberkeit auf Straßen und in Anlagen der Kreisstadt St. Wendel“, sagt Ordnungsamtschef Thomas Vogt. Die sei seit Herbst 2001 in Kraft – und regelt so einiges, darunter pikante Details.

Das betrifft auch Menschen, die sich statt auf einer Toilette lieber anderswo als einem dafür vorgesehenen stillen Örtchen erleichtern. Vogt drückt sich als Amtsleiter sehr gewählt aus: „Wer in der Öffentlichkeit uriniert und damit für die Allgemeinheit Kosten verursacht und dabei ertappt wird, muss ein Bußgeld von 30 Euro zahlen.“ Besonders das bevorstehende Stadtfest (11. bis 13. Juni) verleite in erster Linie die Herren der Schöpfung dazu, sich nicht vor einer öffentlichen Toilette an-, stattdessen lieber in eine Hecke zu stellen, berichtet Vogt aus Erfahrung. Ganz dreiste Zeitgenossen hätten überhaupt keine Scham und pinkelten sogar gegen Basilika und Schaufenster – mitten im Trubel, umgeben von Menschenmassen. Sicherlich lasse Alkohol da Hemmschwellen rapide sinken.

Dabei stünden während des drei Tage dauernden Festes genügend Klos bereit: zum einen, die das ganze Jahr da sind, zum anderen zusätzlich aufgestellte, mobile Notdurfthütten aus Plastik. „Wir haben niemanden in den Hecken stehen“, sagte Amtschef Vogt zu den Fäkalienkontrollen abseits der Partymeile. „Doch wir können es nicht dulden, wenn an den Dom uriniert wird.“ Wenn es auch keine ausgewiesenen Kontrollen gebe, müssten illegale Pinkler damit rechnen, zur Kasse gebeten zu werden. Denn laut Vogt: „Zehn bis 15 Fälle im Jahr haben wir erfahrungsgemäß.“  Überhaupt sei seine Behörde recht agil, was die Jagd auf Umweltsünder betrifft. So kämen pro Jahr zwischen 2500 und 4000 Euro an Bußgeld in die Stadtkasse. Dies gehe für die Reinigung drauf.

Um beispielsweise achtlos auf den Bürgersteig weggeworfene Kippen aufzukratzen. Ein Knöllchen dafür schlägt übrigens mit zehn Euro zu Buche. Vogt: „Wir haben in der Stadt flächendeckend Mülleimer mit Aschenbecher.“ Den Zigarettenstummel also dort fallen zu lassen, wo man soeben steht, sei unnötig und dazu noch teuer.

30 Euro muss derjenige hinblättern, der seinen Hund einfach auf den Weg sein Geschäft verrichten lässt und anschließend nicht dafür sorgt, dass die Tretminen verschwinden. Dafür gebe es Tütenspender im St. Wendeler Zentrum. Auch diese Vergehen zu ahnden, decke die Polizeiverordnung ab.

Auf einen Blick

Hier sind während des St. Wendeler Stadtfestes öffentliche Toiletten zu finden: Hof des Rathauses I am Schlossplatz: fünf mobile Klohäuschen für beide Geschlechter plus ein WC für Behinderte, auch für Rollstuhlfahrer geeignet In der Mott: fünf mobile Häuschen an der Einfahrt zur City-Garage, zwei fest installierte öffentliche WCs und ein Behinderten-Klo Tiefgarage: die üblichen öffentlichen Toiletten Magdalenenhof: fünf mobile WCs. hgn

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