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Streit um Mieten und Verträge: Muss Kleinblittersdorf 100.000 Euro zahlen?

„Dieses Urteil hat mir den Glauben an die Justiz zurückgegeben“, sagt Ley. Und er ist doch überzeugt, dass der Streit um Mieten und Verträge nicht vor Gericht hätte enden müssen. Ernst durchblättert der siegreiche Kläger die Papiere vor sich, schiebt die Brille wieder auf die Nase und sagt: „Ja, ich bin enttäuscht, sogar verbittert. Denn ich hatte Angst um meine Existenz. Wenn ich nicht noch auf andere Einnahmen zurückgreifen könnte, dann hätte mir diese Sache den Hals brechen können.“

Wohnraum war gerade in den Neunzigern begehrt, als auch die Gemeinde Kleinblittersdorf Asylbewerber und andere Zuwanderer unterbringen musste. Ley: „Damals musste die Gemeinde sogar Hotelzimmer mieten. Was glauben Sie, wie teuer das Tag für Tag war?“ Also wurden Ley und die Kommune handelseinig. Der Geschäftsmann investierte eine Million Mark in die Immobilie, in der früher ein Kino zu Hause war. Er schloss 1993 einen Mietvertrag mit der Gemeinde. Zehn Familien zogen ein. Nach der Jahrtausendwende entspannte sich der Wohnungsmarkt. Der damalige Bürgermeister Günter Brettar wollte eine niedrigere Miete. „Ich bin ihm entgegengekommen, und wir haben 2001 für zehn Jahre einen neuen Vertrag geschlossen.“ Ein Vertrag, den, wie im Urteil steht, Brettars Nachfolger Stephan Strichertz wegen eines fehlenden Dienstsiegels für ungültig hielt. Das Gericht sah das anders, nicht zuletzt, weil die Gemeindeverwaltung den Vertrag auch unter Strichertz jahrelang eingehalten habe. Damit sei das Argument des fehlenden Siegels „verwirkt“.

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