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Streit um Sonderschul-Unterricht

Doch Ries sieht bei der Landesregierung eine "integrationsfeindliche Haltung". Woran ließe sich diese festmachen? Die Kompetenzen der früheren erfolgreichen sonderpädagogischen Förderzentren seien ans Ministerium zurückgeholt worden, sagt Blug. Ein Hauptschul-Abschluss nach dem 10. Schuljahr sei für Behinderte nur an Förderschulen, nicht an Regelschulen möglich. Die Lehrerzahl für Integrations-Maßnahmen sei zurückgefahren worden, dadurch verschlechtere sich die Situation für Förderbedürftige an den Regelschulen im Vergleich zur Sonderschul-Unterbringung. "Wir brauchen endlich ein echtes Eltern-Wahlrecht!", erklärt denn auch Strube von der Landeselterninitiative. Es gehe nicht um eine Abschaffung der Sonderschulen im Schnellverfahren, erklärt Schnell (MLL). Sie würden vielmehr umgebaut zu Ressourcen- und Kompetenz-Zentren. Vordringlich sei die Auflösung der Lernbehinderten-Schulen. Denn hier sei bereits die Diagnostik höchst umstritten.  Schnells Meinung nach brauchen diese Kinder lediglich die "Anerkennung ihres eigenen Tempos und ein lernförderndes Klima, das sie nicht immer an den Mittelköpfen in einer Klasse misst."

Dass Regelschul-Pädagogen durch den Zustrom von immer mehr Sonderschülern überfordert sein könnten, hält sie für die falsche Sicht. Sie fühlten sich nur dann überfordert, wenn sie, wie jetzt üblich, ihre Konzentration und Kräfte auf Effizienz und Leistungssteigerung, Tests und Zensuren lenkten. Doch eben dies würde sich beim integrativen Lehren und Lernen verändern.

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