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Streit um um Schalldämpfer-Genehmigung: Jagdgewehre im Saarland sind zu laut

Der laute Knall beim Schießen kann das Gehör beeinträchtigen. Foto: dpa

Der laute Knall beim Schießen kann das Gehör beeinträchtigen. Foto: dpa

Ein Gewehrschuss verursacht Schmerzen und körperliche Schäden, immer wenn der Getroffene nicht sofort getötet wird. Soweit nicht verwunderlich. Dass sich hierzulande jedoch täglich viele Schützen auch selbst nicht unerheblich schädigen, ist weniger offensichtlich. Die Rede ist von saarländischen Jägern, die Sache an sich simpel: Der enorme Mündungsknall des Jagdgewehrs führe längerfristig zu Lärmschwerhörigkeit, schlimmstenfalls sogar zu Taubheit, wie Sabine Schorr, Pressesprecherin des Landesumweltministeriums der SZ auf Anfrage sagte. Und das gelte nicht nur für den Jäger am Abzug, sondern auch für seinen vierbeinigen Begleiter mit dem wesentlich empfindlicheren Hundegehör.

Wegen dieser Einschätzungen habe das Landesumweltministerium bereits 2014 ein ehemaliges Verbot von Schalldämpfern innerhalb des Jagdgesetzes aufgehoben, erklärte Schorr. Seitdem setze man sich beim für das Waffenrecht zuständigen Landesinnenministerium für eine generelle Genehmigung von Schalldämpfern bei der Jagd ein, bisher aber ohne Erfolg. So habe Umweltminister Reinhold Jost ( SPD ) erst im Januar Innenminister Klaus Bouillon ( CDU ) in einem Brief auf entsprechende Lärm-Arbeitsschutzverordnungen der EU hingewiesen. Aufgrund derer seien Schalldämpfer für Jäger in Großbritannien sogar Pflicht, in Bayern werde ihre Anschaffung für den Forstbetrieb schon seit Jahren gefördert. In diesem Zusammenhang berichtete auch die Deutsche Jagdzeitung erst vor wenigen Wochen, dass in Rheinland-Pfalz die vormals schwer zu erlangende Genehmigung von Schalldämpfern gerade enorm erleichtert worden sei.

Saar-Landesjägermeister Josef Schneider teilt Josts Positionen. Im Detail werde zum Beispiel beim in Deutschland weit verbreiteten Kaliber 308 Winchester der Mündungsknall durch einen Schalldämpfer von 153 auf 133 Dezibel reduziert, berichtete Schneider der SZ und berief sich dabei auf eine Studie im Auftrag des Landwirtschaftsministeriums Brandenburg von 2014. Der EU-Grenzwert liege demnach bei 140 Dezibel. Schneider erklärte außerdem, ein Gehörschutz, wie er einerseits in entsprechenden Berufen vorgeschrieben sei und andererseits von Sportschützen verwendet werde, sei bei der Jagd unpraktisch: Der Jäger erlausche zum Teil die Tiere und müsse dann ohne großen Zeitverlust und Geräuschentwicklung schnell zum Schuss kommen.

Während militärische Scharfschützen mit langsamerer Munition schössen, wodurch ein Schalldämpfer das Schussgeräusch nahezu komplett unterdrücken könnte, schössen Jäger mit für die Jagd besser geeigneter Überschallmunition, so Schneider. Hierbei werde nur der Mündungsknall reduziert, 25 Meter entfernt sei der Schuss hingegen gleichermaßen hörbar, etwa für Spaziergänger. Ohnehin sei deren Gefährdung unwahrscheinlich, weil der Jäger sie beim konzentrierten Ausschauhalten nach Wild meist bemerken würde, die Jagd oftmals nachts stattfände und im besten Fall ohnehin nur ein einzelner Schuss falle. Dennoch vermutete Schorr genau solche Sicherheitsbedenken seitens des Innenministeriums. Das wollte sich trotz mehrfacher Anfragen der SZ nicht zeitnah zu seiner Position äußern.

© WhatsBroadcast
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