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Studenten der Neunkircher ASW sammeln schon im Studium viel Berufserfahrung

Im Januar 2014 ist die Akademie der Saarwirtschaft (ASW) an ihrem neuen Standort in Neunkirchen umgezogen. Zuvor hatte die im Februar 1991 gegründete Berufsakademie ihren Sitz in St. Ingbert. Foto: ASW

Im Januar 2014 ist die Akademie der Saarwirtschaft (ASW) an ihrem neuen Standort in Neunkirchen umgezogen. Zuvor hatte die im Februar 1991 gegründete Berufsakademie ihren Sitz in St. Ingbert. Foto: ASW

Angefangen hat alles mit 44 Studienanfängern und einem einzigen Studiengang. Heute ist die Akademie der Saarwirtschaft (ASW) mit gut 550 Studenten die größte unabhängige Berufsakademie in ganz Deutschland, sagt ihr Geschäftsführer, Professor Andreas Metz. „Das hätte sich bei unserer Gründung niemand träumen lassen.“ Im Februar 1991 startete die Berufsakademie mit dem einzigen Studiengang Betriebswirtschaft, heute bietet die ASW vier Bachelor-Studiengänge an: Neben BWL mit aktuell 237 Studenten gibt es die Studienfächer Wirtschaftsinformatik, Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen. Außerdem werden Weiterbildungen zum ASW-Fachwirt mit verschiedenen Spezialisierungen angeboten.

Die Studenten absolvieren ein duales Studium, wobei sich Theoriephasen mit einer betrieblichen Ausbildung abwechseln. Insgesamt bilden etwa 200 Unternehmen an der ASW aus. „Auf drei Monate Vollzeit-Studium folgen drei Monate Vollzeit im Unternehmen“, erklärt ASW-Geschäftsführer Metz das Prinzip. Dafür bekommen die Studenten eine feste Vergütung.

„Die ASW war für mich ganz klar die erste Wahl“, sagt Frederic Giese. Der 20-Jährige aus Eppelborn studiert Wirtschaftsingenieurwesen an der ASW. „Damit habe ich die gleiche fachliche Ausbildung wie an einer Uni, bekomme aber viel mehr Einblick in die Praxis und verdiene auch noch Geld .“

Frederic Giese hat für sein dreijähriges duales Bachelor-Studium einen Ausbildungsvertrag mit der Firma Bosch Rexroth in Homburg. „Im ersten Jahr verdient man etwa so viel, wie Azubis im zweiten Lehrjahr“, erklärt der Student. Noch wichtiger als das Gehalt sei ihm aber die Berufserfahrung .

Gleich zu Beginn des Studiums stehen drei Monate im Unternehmen auf dem Studienplan. „Die erste Hälfte des Studiums ist sehr technisch, da profitiert man direkt von den praktischen Kenntnissen, etwa zur Metallverarbeitung“, erklärt der Student. Im Gegenzug könne er durch das Studium auch in der Firma auf einmal mitreden, die richtigen Fragen stellen und das Erlernte direkt anwenden.

Auch die Absolventin Barbara Becker schätzt die „perfekte Verbindung aus Theorie und Praxis“ an der ASW. Sie hat dort 2010 als Jahrgangsbeste den Bachelor Wirtschaftsingenieurwesen abgeschlossen und anschließend den Master an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) gemacht. Heute arbeitet sie in einer Unternehmensberatung. „Die praktische Arbeit im Unternehmen müsste an allen Hochschulen Pflicht sein“, sagt sie. Das Studium liefere einen guten Überblick über die gesamten Prozesse eines Unternehmens. „Es ist etwas anderes, ob man einmal ein Praktikum in einer Abteilung macht oder alle Abteilungen einer Firma durchläuft“, sagt Becker. „Die Theoriefächer an der ASW bilden die verschiedenen Bereiche des Unternehmens ab, die man dann dort in der Praxis vertiefen kann.“

2007 wurden die ASW-Abschlüsse zum Bachelor akkreditiert und sind so Universitätsabschlüssen gleichgestellt. Als eingetragener Verein finanziert sich die Akademie der Saarwirtschaft ausschließlich über Studiengebühren – sie liegen zwischen 330 und 455 Euro im Monat, je nach Studiengang. Die zahlen die Studenten aber nicht aus eigener Tasche, sie werden von den jeweiligen Partner-Unternehmen übernommen. „Für die Firmen ist das eine Investition in die Zukunft“, sagt Andreas Metz.

Wer an der ASW studieren will, bewirbt sich nicht direkt dort, sondern bei den Unternehmen. „Die Studienplätze sind hochbegehrt“, berichtet Barbara Becker , die sich bei 15 Unternehmen beworben hatte und am Ende eine Zusage für das duale Studium an der ASW bekam. Auch Frederic Giese musste bei Bosch mehrere Bewerbungsgespräche und Auswahlverfahren durchlaufen, bevor er mit weiteren zehn aus insgesamt 450 Bewerbern ausgewählt wurde.

Gieses Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen ist mit 54 Studenten der kleinste Fachbereich der ASW. „Man darf sich das nicht wie an einer Uni vorstellen“, sagt der Student. „Es ist eher wie eine Klassengemeinschaft.“ Die Dozenten an der ASW kommen zu einem großen Teil aus der freien Wirtschaft. Gibt es Probleme im Studium, stellen viele Unternehmen ihren Auszubildenden sogar einen Nachhilfelehrer.

Doch es gebe auch Nachteile gegenüber einem normalen Uni-Studium. „Meine Freundin studiert in Mainz Publizistik – auf ihre Semesterferien bin ich schon ein bisschen neidisch.“ Frederic Giese selber hat, wie die meisten Arbeitnehmer, nur 30 Tage Urlaub im Jahr.

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